Von Simon Hage und Matthias Kaufmann
Hamburg - Michael Greve hat bei der Combots-Hauptversammlung eine ernüchternde Bilanz gezogen. Trotz großer Anstrengungen, referierte der Chef der Internetfirma, könne man mit den erreichten Ergebnissen nicht zufrieden sein: Zu wenige User hätten sich beim Kommunikationsdienstleister registriert. Ebenfalls schmerzhaft: Nutzer von Combots
haben das Angebot viel zu selten weiterempfohlen. Das Produkt verbreitete sich im Netz also keinesfalls wie ein ansteckender Virus. Ein Großteil der Internetnutzer war offenbar immun.
"Wir sind deutlich hinter unseren eigenen Erwartungen zurückgeblieben", räumte auch Combots-Sprecher Oliver Schwartz gegenüber manager-magazin.de ein. Drastische Worte für eine Firma, die sich auf ihrer Internetseite als "Unternehmen mit einer klaren Vision" preist - und "ein faszinierendes Produkt" anbietet.
Die Anwesenden waren überrascht angesichts so viel Offenheit. Mancher sprach gar von einem "Canossagang" Greves, der noch bis vor kurzem nichts von schwerwiegenden Problemen wissen wollte.
Eine Revolution in der digitalen Kommunikation hatte das Unternehmen in der Vergangenheit versprochen. So sieht das Produkt heute aus: Nutzer können per Internet-Messenger kommunizieren, telefonieren und Dateien austauschen. Aufgepeppt wird die Unterhaltung dadurch, dass die User eigene Figuren - so genannte Avatare - auswählen können. Alles längst da gewesen, sagen Kritiker. Sie verweisen auf Plattformen wie Skype, die funktionalere und wesentlich erfolgreichere Dienste anböten.
Nun werden Änderungen vorgenommen, bei denen vor allem die "Kompatibilität nach außen" im Mittelpunkt stehe; so Schwartz. Beispiel: Seit kurzem können Combots-Nutzer nicht nur mit ihren internen Kontakten, sondern auch mit Kunden anderer Messenger-Netzwerke wie ICQ, Windows Live Messenger, AIM oder GoogleTalk kommunizieren. "Wir haben Brücken in die Außenwelt geschlagen", jubiliert Schwartz. Weitere Features sollen "noch in den kommenden Tagen" folgen.
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