Nur United Internet bringt Geld
Wer hier einwendet, derlei Kommunikationsmittel gebe es doch schon längst - wenngleich weniger witzig gestaltet - in Form von Telefonen, Mails und Instant-Messaging-Programmen, hört von dem 43-jährigen Greve Folgendes: "Vielen Menschen sind die bisherigen Produkte zu kompliziert. Wir bieten dagegen einfachste Kommunikation mit Spaßfaktor."
Die Kunden kostet dieser Spaß 1,49 Euro pro gemietete Figur, eine komplette Familie gibt es schon für 9,99 Euro. Die Combots-Software ist kostenlos, wer will, kann freiwillig 2,50 Euro Monatsgebühr bezahlen. Das ist das Geschäftsmodell, von Greve als "Friendlyware" bezeichnet.
Doch es wachsen die Zweifel, ob der als genialer Techniker geltende Greve die Managementfähigkeiten mitbringt, die man vom Chef eines börsennotierten Unternehmens erwarten darf. Geld verdient Combots
bislang vorrangig mit einer 9,3-Prozent-Beteiligung an United Internet
. Der Wert dieses Pakets stieg um mehr als Doppelte von 154 Millionen Euro auf satte 333 Millionen.
Combots - ein Familienunternehmen
Das hat zwar mit dem Kerngeschäft von Combots nichts zu tun, ist aber trotzdem prima - vor allem für Michael Greve und seinen jüngeren Bruder Matthias, denen je 50 Prozent der Gesellschaft Cinetic gehören, die 56,14 Prozent an Combots hält. Deshalb können die beiden lässig bestimmen, wie es weitergeht mit Combots.
Wenig Druck ist zudem vom Aufsichtsrat zu befürchten. Dort sitzt Vater Felix Greve, der mit 459.400 Aktien ebenfalls ein stattliches Combots-Paket hält. Das Gemurre der übrigen Aktionäre, die angesichts des prall gefüllten Geldspeichers der 130-Mann-Firma wenigstens eine kleine Dividende anmahnen, können die Familienunternehmer souverän ignorieren.
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