Die beliebtesten Genres
Beim Angebot müssen Nutzer noch Abstriche machen. Zwar verfügen die größeren Spezialportale über mehrere Tausend Romane, Sachbücher, Ratgeber oder Sprachtrainer, darunter auch viele aktuelle Bestseller und Neuerscheinungen. Doch längst nicht alle im Handel erhältlichen Hörbücher gibt es auch als Download. "Viele, aber noch nicht alle Verlage haben das Thema entdeckt", erläutert Claudia Gehre, Geschäftsführerin von "Der Audio Verlag". Zudem fehlten teilweise schlicht die Internetrechte. "Bei älteren Werken war die Möglichkeit, sie als Download zu vertreiben, nicht vorgesehen."
Anders als im Buchhandel bestimmen zudem oft einzelne Verlagspartnerschaften das Sortiment der Onlinedienste. "Jedes Portal handelt mit jedem Verlag die Vertriebsrechte aus", erklärt Gehre. Daher gilt: "Das Angebot variiert stark. Die Suche nach einem speziellen Titel führt oft nur zum Erfolg, wenn man bei mehreren Anbietern sucht", sagt Knott.
Die beliebtesten Genres sind laut Audible-Geschäftsführer Meyer Thriller, Fantasy und Science-Fiction. Diese stünden vor allem bei Männern hoch im Kurs, die bislang zwei Drittel der Kundschaft ausmachten, während Frauen eher zu Hörbuch-CDs griffen. "Viele männliche Kunden führt das Interesse an der Technik zu Hörbuch-Downloads. Wenn sie bekannter werden, wird sich das Geschlechterverhältnis aber ausgleichen", schätzt Meyer.
Gegen den Ärger der Fans
Laut dem IT-Branchenverband Bitkom wächst das Segment der Hörbücher zum Herunterladen so schnell wie kein anderes im Markt für Kauf-Downloads. Das ist positiv für die Kunden. "Je größer die Nachfrage ist, desto mehr wird die Titelauswahl wachsen", so Gehre.
Neue Kundschaft versuchen die Dienste nicht nur mit einem größeren Angebot, sondern auch mit Extraleistungen zu begeistern, die es so im herkömmlichen Handel nicht gibt. "Besonders lange Romane erscheinen nur als gekürzte CD-Fassung. Das ärgert Fans", sagt Arik Meyer. Als Download gebe es sie zunehmend in Originallänge. "Inzwischen werden vereinzelt Hörbücher ausschließlich als Datei veröffentlicht. Diese Entwicklung steht aber noch am Anfang", sagt Gehre.
Im Kommen sind auch Audiomagazine - Journalismus zum Hören. Nutzer können sich als Einzelabruf oder im Abonnement vertonte Zeitungs- und Zeitschriftenberichte aus dem Netz ziehen. Das Portal Claudio hat auch Rundfunkreportagen und TV-Dokumentationen im Programm.
Noch handelt es sich um eine Nische für Technikbegeisterte. Experten sind aber überzeugt, dass sich Hörbücher zum Herunterladen durchsetzen werden. "Der Buchhandel ist noch das Kerngeschäft, aber der Trend geht klar zu nicht-physischen Medien", sagt Gehre.
Berti Kolbow, dpa
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