Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:05 Uhr

manager magazin



19.07.2007
 

Microsoft

Die größten Fehlschläge

Von Matthias Kremp

Sagen Ihnen die Schlagwörter Bob, Mira oder Spot etwas? Falls nein, kein Grund, sich zu grämen. Sie gehören nämlich zu den größten Flops, die sich Microsoft in seiner Firmengeschichte geleistet hat. Die acht größten Patzer stellen wir Ihnen hier vor.

Hamburg - Mit Microsoft Chart zeigen wurde der Studienabbrecher Bill Gates zum reichsten Mann der Welt. Nach "Forbes"-Schätzungen hat er durch Windows und Co. ein Privatvermögen von rund 56 Milliarden Dollar angehäuft. Dass er es tatsächlich soweit geschafft hat, verdankt er freilich nicht nur seinem unternehmerischen Gespür und seinem Können - sondern auch einer ordentlichen Portion Glück. Denn nicht immer liefen die Projekte des Microsoft-Konzerns so wie geplant.

Bob - digitales Wohnzimmer statt Desktop

Einer der spektakulärsten Microsoft-Blindgänger lebt bis heute in Windows fort: ein gefärbter Hund namens Rover. Ihn findet man immer noch als aufdringlich bis nervig seine Hilfe anbietenden Assistenten in Microsofts Office.

Seinen Ursprung hat der gelbe Kläffer in Microsoft Bob - einem frühen Versuch der Firma, eine auch für absolute Computer-Verweigerer attraktive Benutzeroberfläche zu entwickeln.

Bob: Desktopersatz für Verweigerer
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www.windowsbeta.net

Bob: Desktopersatz für Verweigerer

Im damals aktuellen Windows 3.1 musste man sich auf der Suche nach Dateien seinerzeit noch umständlich durch diverse Verzeichnisse klicken. Mit Bob sollte das anders werden.

Unter der Leitung einer gewissen Melinda French entwickelten die Programmierer eine Art digitales Wohnzimmer als Desktop-Ersatz. Darin sollte zum Beispiel der Wandkalender zum Terminplaner und ein Rolodex zur Adressverwaltung führen. Einfach, nicht? Dummerweise gab es in Bobs Pixelwelt aber auch haufenweise Objekte die zwar schön anzusehen, aber schlecht anzuklicken waren. Die Standardfehlermeldung lautete damals: "Achtung. Dies ist ein dekoratives Objekt. Es startet keinerlei Programm und tut nichts Besonderes."

Beim Publikum kam das nicht an. Als Gründe für das Totalversagen des heimeligen Windows-Aufsatzes werden stets drei Argumente aufgezählt: Bob war zu teuer (100 Dollar), zu anspruchsvoll (acht Megabyte Arbeitsspeicher hatte damals kaum jemand) und kam zu spät (nicht lange nach Bobs Verkaufsstart lag bereits Windows 95 in den Läden).

Ein Gutes hatte die Geschichte aber: Offenbar fand Bill Gates nicht nur an Bob, sondern auch an der Projektchefin Melinda French Gefallen. Er nahm sie kurzerhand zur Frau.

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