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manager magazin



13.07.2007
 

Bezahlchips

Konkurrenz für das Bargeld

Von Konrad Lischka

Der Geldautomat nimmt Schalterbeamten mehr und mehr Arbeit ab. Das muss er auch, denn als reiner Bargeldspender hat er keine Zukunft. Neue Bezahlchips in Karten und Handys machen dem Bargeld Konkurrenz. Ein Ausblick auf die Zukunft des Zahlungsverkehrs.

Hamburg - Sie laden Handyguthaben auf, empfehlen aktuelle Kreditangebote und zahlen sogar Bargeld auf Girokonten ein – Geldautomaten werden erst heute ihrem Jahrzehnte alten, englischen Namen gerecht: automatischer Bankangestellter. "Automated Teller Machine" heißt die Erfindung in Großbritannien, wo vor 40 Jahren der erste Geldautomat aufgestellt wurde.

Seine Nachfahren laden heute nicht nur Handyguthaben auf, sondern befüllen sich auch selbst mit Bargeld. Das geht so: Kunden können an den neusten Modellen Bares einzahlen. Das ist zum Beispiel für kleine Händler interessant, die nicht groß genug für die Dienste eines Geldkuriers sind. Neu ist, dass die Automaten das eingezahlte Geld gemäß Zentralbankregeln auf Echtheit prüfen und dann wieder auszahlen. Cash Recycling heißt das. Vorteil: Der Automat muss nicht so oft befüllt werden, die Kosten sinken, die Bank profitiert.

Weniger Bankomaten in Österreich

Bargeldspender: Vor 40 Jahren wurde der erste Geldautomat aufgestellt - heute ist er aus dem Alltag der Konsumenten kaum wegzudenken
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DPA

Bargeldspender: Vor 40 Jahren wurde der erste Geldautomat aufgestellt - heute ist er aus dem Alltag der Konsumenten kaum wegzudenken

Mit solchen Funktionen versuchen die Bankomatenhersteller, neue Geräte zu verkaufen. Denn der deutsche Markt scheint gesättigt, die Zahl der Geldautomaten pendelt seit drei Jahren um 53.000 – das ist immerhin Platz drei in Europa. In Österreich, Belgien und Finnland gibt es 2007 sogar weniger Geldautomaten als 2006 – Rationalisierung nennt das das britische Markforschungs-Unternehmen "Retail Banking Research".

Ein Ende des Bargelds und der Geldautomaten deutet das aber noch lange nicht an. Der Bargeldbedarf steigt nur nicht mehr so stark wie früher. Hierbei muss man aber bedenken, dass das rasante Wachstum der Bargeldabhebungen in den vergangenen Jahrzehnten auch eine Verschiebung gewesen ist: Weg vom Bankschalter, hin zum Automaten.

2005 nun haben die Deutschen zum ersten Mal seit vielen Jahren etwas seltener als im Vorjahr Geld am Automaten abgehoben. 2,2 Milliarden mal, wie eine Statistik der Frankfurter Unternehmensberatung Paysys aufführt.

Bargeld bleibt

Vom Ende des Bargelds will der Paysys-Zahlungsverkehrsexperte Hugo Godschalk aber nicht sprechen. Er arbeitet seit einem Vierteljahrhundert in der Branche, promovierte 1982 über "die zukünftige Geldordnung im Computerzeitalter", arbeitete dann Jahre lang als Berater bei der Gesellschaft für Zahlungssysteme und leitet heute die Unternehmensberatung Paysys. Er sagt: "Bargeld ist seit 2500 Jahren Marktführer. Und das wird lange so bleiben." Tatsächlich: Laut Statistiken von Paysys haben in Deutschland 2005 Kunden 81 Prozent aller Einkäufe bar bezahlt.

Und selbst wenn sich das einmal ändern sollte, gibt es noch immer einen Bereich, in welchem nur völlig neue Konzepte das Bargeld ersetzen können: Transaktionen zwischen Privatpersonen. Laut Godschalk machen die etwa die Hälfte aller Bargeldtransaktionen aus. Godschalk sieht für diesen Zweck noch kein universelles digitales Gegenstück: "Soll ich meinem Sohn ein Guthaben auf sein Handy laden, damit er sich ein Micky-Maus-Heft kaufen kann?"

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