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manager magazin



20.07.2007
 

Bundesliga-Livestream

Im Abseits

Bald ist es wieder soweit: Am 10. August startet die Bundesliga in eine neue Saison. Doch wie bereits zuvor kommen Fußballfans nur dann in den Genuss der Liveübertragungen, wenn sie dafür zahlen. Viele versuchen daher den Umweg über ausländische Webstreams, doch damit bewegen sie sich in einer rechtlichen Grauzone.

Dresden/Frankfurt am Main - Samstag, 15.30 Uhr, Anpfiff zum Bundesligaspieltag: Für viele Fußballfans ist das der Beginn eines allwöchentlichen Trauerspiels. Sie können die Partie ihrer Mannschaft nicht zu Hause im Fernsehen ansehen, weil die Begegnungen nur auf Bezahlsendern live und in voller Länge gezeigt werden.

Live-Übertragung der Bundesliga-Spiele: Wo sind die Alternativen?
DPA

Live-Übertragung der Bundesliga-Spiele: Wo sind die Alternativen?

Wer dafür kein Abo hat, guckt in die Röhre - oder er sieht die Spiele kostenlos im Internet über ausländische Webstreams, wie es eine Reihe von Fußballanhängern inzwischen praktiziert. Rechtlich ist diese Verbreitung von Live-Übertragungen im Netz allerdings bedenklich.

Pay-TV-Anbieter und Verbandsvertreter sind von der neuen Fußball-Fangemeinde im Internet wenig begeistert. "Wir werden gegen solche Internetpiraterie rechtlich vorgehen", sagt Tom Bender von der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt.

Die kostenlosen Web-TV-Angebote seien in der Regel illegal: Ausländische Anbieter wie etwa der chinesische Sender CCTV-5 hätten zwar die Rechte für eine Fernsehübertragung von Spielen der deutschen Bundesliga, nicht aber für die weltweite Ausstrahlung über Webstreams. Auch andere Sender dürften ihre Internetübertragung nur regional begrenzt anbieten. Der Empfang in Deutschland müsse dabei gesperrt bleiben. Bei hierzulande frei zugänglichen Streams würden die Fernsehsignale daher von PC-Nutzern verbotenerweise über das Netz verbreitet.

"Streaming gleicht dem Raubkopieren"

Zudem ist die Technik der Streaming-Anwendungen rechtlich problematisch: Denn sie arbeiten ähnlich wie Tauschbörsen-Programme, um das Signal zu verstärken und so die Bandbreite der Übertragung zu erhöhen. So empfangen Fußballfans nicht nur das Signal des Webstreams, sie werden gleichzeitig auch zum Sender.

"Diese Art der Weiterverbreitung gleicht dem Raubkopieren", sagt der Rechtsanwalt Johannes Richard aus Rostock, der auf Internetrecht spezialisiert ist. "Nutzer können dabei leicht anhand ihrer IP-Adresse verfolgt werden und riskieren daher eine Abmahnung."

Wer die Bundesliga per Web-TV verfolgen will, kann dies laut Bender in Deutschland auch schon legal tun - zum Nulltarif sei dies aber nicht zu haben. Für Live-Übertragungen und Zusammenfassungen kurz nach dem Spiel müssten Fußballfans daher auch in Zukunft bereit sein, etwas zu bezahlen.

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