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07.06.2007
 

Entwicklungshilfe

Armutkiller Billiglaptop

Von Marleen Gründel

2. Teil: Störenfried Intel

100-Dollar-Laptop für 175 Dollar

Die ersten Rechner werden voraussichtlich im Oktober an die einzelnen Länder ausgeliefert. Bis jetzt sind laut OLPC bereits vier Millionen Geräte unter anderem von Nigeria, Libyen, Brasilien und Thailand vorbestellt worden. Mindestens drei Millionen Laptops müssten definitiv geordert werden, damit sich die Produktion der Geräte auch wirklich rechnet.

Ewiger Konkurrenzkampf: Nachdem sich OLPC für AMD als Chiplieferant entschieden hatte, baute Intel seinen eigenen Billiglaptop
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Ewiger Konkurrenzkampf: Nachdem sich OLPC für AMD als Chiplieferant entschieden hatte, baute Intel seinen eigenen Billiglaptop

Und selbst mit dieser Stückzahl wird der als 100-Dollar-Laptop angekündigte Rechner mit 175 Dollar anfangs noch deutlich teurer sein. Erst Ende 2008 soll das Ziel erreicht sein, den Laptop für 100 Dollar verkaufen zu können.

Doch auch mit diesem Preis ist der Kinderrechner immer noch vergleichsweise günstig. Möglich wird das beispielsweise durch den Verzicht auf Distributionskosten. "OLPC muss für den Laptop keine Werbung schalten oder Provisionen an Zwischenhändler geben, so dass bis zu 50 Prozent der eigentlichen Kosten eingespart werden können", erklärt Softwareingenieur Bert Freudenberg, der den Laptop mit entwickelt hat, gegenüber manager-magazin.de. Außerdem würden durch die Verwendung von Linux als Betriebssystem zusätzliche Gelder eingespart.

"Rein technisch gesehen könnte auch Windows auf dem XO laufen, der Aufwand ist aber deutlich höher", so Freudenberg. Das Betriebssystem von Microsoft Chart zeigen benötigt viel mehr Arbeitsspeicher, der auf dem Gerät mit seinem ein Gigabyte großen Flashspeicher einfach nicht vorhanden ist.

Störenfried Intel

Ob der Kinderrechner das Ziel, die digitale Kluft zwischen Arm und Reich zu vermindern, wirklich erreichen kann, ist allerdings fraglich. Vor allem in den USA werden inzwischen zunehmend mehr Laptops wieder aus den Klassenzimmern verwiesen, weil sie dem Unterricht eher schaden denn nutzen. Statt sich mit dem Lehrmaterial zu beschäftigen, treiben viele Schüler lieber Unfug mit ihrem Rechner und hacken sich beispielsweise in die Seiten regionaler Unternehmen ein.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Auswahl der Programme. Gekauft werden die Rechner von den Regierungen der Entwicklungsländer, die dann darüber entscheiden, welche Inhalte auf die Geräte gespielt werden. Das "Wissen der Welt" kann somit im Sinne des jeweiligen Staatsoberhauptes beeinflusst werden.

Und noch einer stört die ehrenwerten Ziele der Initiative: Intel Chart zeigen. Der amerikanische Chipkonzern stellte vor Kurzem gemeinsam mit dem taiwanesischen Computerkonzern Asustek seine eigene Version eines Billiglaptops vor, allerdings für den doppelten Preis. Der blaue "Classmate PC" soll anders als der weiß-grüne XO über den Handel verkauft werden und das bereits ab Juli oder August.

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