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07.06.2007
 

Entwicklungshilfe

Armutkiller Billiglaptop

Von Marleen Gründel

Während die G8-Teilnehmer in Heiligendamm noch darüber nachdenken, wie Afrikas Wirtschaftskraft gesteigert werden kann, wird anderswo bereits gehandelt. Mit seinem 100-Dollar-Laptop will IT-Guru Nicholas Negroponte armen Kindern Zugang zum Weltwissen verschaffen. Doch ein US-Konzern fährt dem MIT-Professor in die Parade.

Hamburg - Einen Tag vor der "Outreach-Afrika"-Sitzung des G8-Gipfels stellte die internationale Initiative "One Laptop per Child" (OLPC) am Donnerstag am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam zwei Prototypen ihres 100-Dollar-Laptops vor. Mit dem Gerät will IT-Guru Nicholas Negroponte, Urheber des Projekts und Gründer des Media Lab am Massachussetts Institute of Technology (MIT), die "digitale Kluft" zwischen Industrie- und Entwicklungsländern verringern.

Seine Idee ist es, Millionen von armen Schulkindern mit den Lerncomputern namens XO auszustatten und ihnen auf diese Weise Zugang zum Wissen dieser Welt zu verschaffen. Der Laptop soll den Kindern dabei helfen, kreativ zu sein und leichter zu lernen.

Da Kinder in Entwicklungsländern allerdings erfahrungsgemäß über wenig bis gar kein Geld verfügen, soll der Rechner nicht über den normalen Handel, sondern über die jeweiligen Staatsregierungen in die kleinen Kinderhände der gelangen. Die Regierungen sollen die Geräte kaufen und anschließend über die Schulen an die Kinder verteilen.

Robustes Spielzeug

Produziert wird der XO von dem taiwanesischen Hersteller Quanta, einem der größten Auftragsfertiger von tragbaren Computern. Mit seinem weiß-grünen Design und dem klobigen Handgriff sieht der Kinderrechner fast wie ein Spielzeug aus - und soll zumindest ähnlich robust sein. Dafür sorgen unter anderem Flashspeicher, die in den Geräten anstelle einer Festplatte eingebaut sind.

Jeder Laptop ist zudem mit einem drahtlosen Internetzugang ausgestattet, durch den die Rechner miteinander vernetzt werden können. Darüber soll es möglich sein, ein digitales Schulbuch, das auf einem zentralen Klassencomputer gespeichert ist, allen Kindern zugänglich zu machen.

Auch an das Problem, dass Strom in Entwicklungsländern eher Mangelware ist, wurde gedacht. Einerseits verbraucht der Kinderrechner nur wenig Energie und kann bis zu zehn Stunden lang verwendet werden, ohne dass das Gerät nach einer Steckdose schreit. Andererseits kann jeder Rechner mithilfe einer Art Jojo wieder aufgeladen werden. Dabei soll nach Angaben der Hersteller eine Minute Jojo-Aufziehen für zehn Minuten arbeiten reichen.

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