Von Andreas Schmitz
Klassische IT beherrscht Alltag
Auch wenn sich die Notwendigkeit, mehr Zeit in Kommunikation zu verwenden, hier noch nicht widerspiegelt, sind den CIOs diese Herausforderungen sehr wohl bewusst. Sie äußern sich in den Symptomen: Die Erwartungen an die IT seien unrealistisch, gar unbekannt und unausgesprochen, die IT-Abteilung habe zudem Schwierigkeiten, ihre Aufgaben verständlich zu machen, beklagen sich die IT-Manager und geben diese Probleme als drei der fünf größten Hürden im täglichen Job an.
Kuoni-Chef Meier: "Ältere CIOs tendieren dazu, sich mehr um die Technologie zu kümmern"
Das "Bunter-Hund"-Image des CIOs als Kommunikator macht es dem IT-Manager nicht einfach – gerade in einem technisch orientierten Konzern wie Honeywell. Da wundert es nicht wenig, dass der Status den CIO zurzeit doch eher als Manager demaskiert, der zwar hier und da das Wort Kommunikation auf seine Fahnen schreibt, dann aber doch die meiste Zeit mit anderen Dingen verbringt, die er auch allein in seinem Büro erledigen kann, wie Vor sich ausdrückt. Managern aus anderen Disziplinen drängt sich das Bild auf, der CIO sitze in seinem stillen Kämmerlein und schlage sich mit Technik herum, so Kuoni-CEO Meier.
Klassische IT größter Nutzenbringer
Doch Vor ist ein hemdsärmeliger Typ: "Drastisch ausgedrückt erwarteten viele Fachbereiche nicht die Frage nach dem Sinn und Unsinn, sondern die Lieferung von Leistungen", so der Honeywell-Manager. Die Gretchenfrage laute: Soll das Projekt schnell fertig werden, oder nehme ich mir mehr Zeit für Kommunikation?
Der Umfrage zufolge schätzen die Befragten klassische IT-Fähigkeiten als den größten Nutzenbringer ein. Dazu gehören neben dem Evergreen Prozesse auch Themen wie das Beherrschen von Projektmanagement, die Entwicklung und Betreuung von IT-Architekturen, Sicherheitsthemen sowie die Entwicklung der gesamten IT-Infrastruktur. Da bleibt also beim besten Willen wenig Zeit für Kommunikation. Dieser Zeitdruck nimmt nach Vors Ansicht das Tagesgeschäft weitgehend ein und zudem viel Managementzeit weg. Darin liegt der Umfrage zufolge jedoch die wichtigste Fähigkeit der IT-Manager: im strategischen Denken und Planen. Das Verstehen von Geschäftsprozessen rangiert auf Platz zwei, gefolgt von der effektiven Kommunikation.
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