Von Anja Tiedge
Hamburg - Wem hierzulande der Begriff Jajah unterkommt, könnte zunächst an eine eher widerwillige Zustimmung denken, frei nach dem Motto: "Ja ja, dann mache ich das eben." Geht es nach den Österreichern Roman Scharf und Daniel Mattes, wird ein Großteil der Deutschen das Wort bald nicht nur englisch, also "Dschadscha", aussprechen. Ein jeder soll in naher Zukunft zuallererst an das Telefonieren via Internet denken, sobald der Name Jajah fällt.
Für diesen frommen Wunsch haben die beiden einen guten Grund: Scharf und Mattes sind Gründer des Internettelefonie-Unternehmens Jajah, das 2005 ins Leben gerufen wurde und seinen Sitz mittlerweile nach Mountain View in Kalifornien verlegt hat. Die Beteiligungsgesellschaft Sequoia Capital, die mit ihren Investments unter anderem bei Apple
Nun landet das junge Unternehmen den nächsten Coup. Jajah erhält von Intel Capital, der Beteiligungsgesellschaft des amerkanischen Chipherstellers Intel
, und zwei weiteren, noch nicht genannten Unternehmen, insgesamt 20 Millionen Dollar. Laut offizieller Mitteilung solle das Geld "zur Beschleunigung der Entwicklungen globaler Kommunikationslösungen der nächsten Generation" eingesetzt werden. Das klingt kompliziert, soll das Leben der Nutzer aber deutlich vereinfachen.
Internettelefonie so einfach wie Googeln
Denn Jajah hat es sich zum Ziel gesetzt, jedem Teilnehmer immer und überall das Telefonieren günstig bis kostenlos zu ermöglichen. Dazu sollen keine Kopfhörer, Mikrofone oder das Herunterladen von Software nötig sein, denn Jajah nutzt die bestehenden Telefone der Nutzer, seien es Festnetzapparate oder Handys. Das Telefonieren unter Jajah-Mitgliedern ist kostenlos, ein Gespräch im Festnetz kostet innerhalb Deutschlands derzeit 2,6 Cent pro Minute, für ein Ferngespräch in die USA muss der Nutzer 2,4 Cent pro Minute zahlen.
Die Kosten für das Unternehmen sind dabei vergleichsweise gering, denn egal, wohin der Anruf geht - Jajah zahlt nur für den Weg vom Telefon zum Server, die sogenannte "letzte Meile", die normalerweise im Besitz der Deutschen Telekom
ist. Deshalb sieht sich das Unternehmen auch nicht als Gefahr für die klassische Telekommunikationsbranche, sondern als Erweiterung: "Wir wollen das Festnetztelefon nicht ersetzen, sondern seine Möglichkeiten erweitern. Unser Ziel ist es, das Beste aus zwei Welten zusammenzuführen", sagt Mitgründer Scharf gegenüber manager-magazin.de.
"Die Idee war, Internettelefonie so einfach zu machen wie Googeln", erinnert sich der 36-Jährige. Tatsächlich erinnert die Jajah-Webseite an den Internetauftritt der Suchmaschine: Der Anrufer gibt auf der Startseite seine eigene Telefonnummer und die des Gesprächspartners ein. Ein Klick auf "Call" lässt einige Sekunden später das Telefon des Anrufers klingeln, eine Stimme sagt "Jajah stellt Ihre Verbindung her" und es klingelt beim Angerufenen.
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