Aus Bangalore berichtet Hasnain Kazim
Verlagerung des Firmensitzes
"Vielleicht können wir das Programm ja auch deutschen Schulen anbieten?", fragt Suhas. Hunderte Praktikanten aus Deutschland bewerben sich jedes Jahr bei ihm, ein paar von denen, die angenommen werden, sollen demnächst eine Marktanalyse erstellen. Der deutsche Markt wird wichtiger. Globals kooperiert inzwischen mit Universitäten aus Baden-Württemberg und Hessen.
Weil Suhas jetzt 21 ist, denkt er darüber nach, den offiziellen Firmensitz nach Indien zu verlegen - obwohl in San José inzwischen 125 Leute für Globals arbeiten und in Bangalore nur 25. Was soll aus den Mitarbeitern in den USA werden? "Wir werden sehen", sagt Suhas. "Die Neuentwicklungen kommen hauptsächlich aus Bangalore." Es klingt ein wenig nach Rechtfertigung.
Günstiger wäre Bangalore jedenfalls. Die Globals-Mitarbeiter dort verdienen 20.000 bis 25.000 Rupien im Monat, 400 bis 500 Euro. In Indien eine ordentliche Entlohnung - aber wenig im Vergleich zu den durchschnittlich 1100 Euro der Kollegen in den westlichen Büros. "Geld ist für uns nicht der Grund, bei Globals zu arbeiten", sagt die 22-jährige Gayathri Kumar, zuständig für die Finanzen. "Viel wichtiger ist die Atmosphäre und der Spaß. Bei uns gibt es keine Hierarchien." Das ist ein Argument in Indien, dessen Gesellschaft immer noch von Statusunterschieden geprägt ist.
Nebenbei studieren
Suhas' Vater M. R. Gopinath, früher ein Wissenschaftler für das Verteidigungsministerium, sieht inzwischen ein, dass sein Sohn in den vergangenen sieben Jahren das Richtige getan hat. Die Eltern sind stolz. Aber sie haben den Sohn immer noch nicht aus der Verantwortung entlassen. "Uns ist wichtig, dass er seinen Studienabschluss macht", sagt der Vater. "Bildung ist in Indien das Allerwichtigste." Suhas studiert Ingenieurwissenschaften in Bangalore. Nebenbei.
Eine Prüfung hat er gerade wegen einer Konferenz in Deutschland sausen lassen, der nächste Termin ist ein Jahr später. An der Universität hört Suhas Vorträge, ansonsten hält er selbst welche - vor Leuten, die oft Jahrzehnte älter sind als er.
Er ist glücklich. Nur manchmal, sagt er, mache es ihn traurig, dass er keine Jugend hatte wie die meisten seiner Freunde. Sie waren im Kino, gingen aus, er saß am Rechner und arbeitete. Und noch etwas: "Mich stört, dass mich selbst Kommilitonen inzwischen mit Sir anreden, mich mit ihren Handys fotografieren oder nach Autogrammen fragen."
Suhas schüttelt den Kopf. "Ich wollte nie ein Star sein."
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