Von Marleen Gründel
Onlinewerbung boomt
So ist es nur eine logische Folgerung, dass werbetreibende Unternehmen den Anteil der Internetanzeigen zulasten der klassischen Medien stetig steigern. Allein in Deutschland kletterten die Ausgaben für Banner, Pop-ups & Co. im vergangenen Jahr dem Marktforschungsinstitut Nielsen Media Resarch zufolge um 64 Prozent auf knapp 700 Millionen Euro - das ist die höchste Wachstumsrate im gesamten Werbemarkt. Unlängst kündigten erste Unternehmen wie die australische Brauerei Foster's sogar an, ihre kompletten Werbeaktivitäten ins Netz zu verlagern.
Die geplante Übernahme des Werbedienstleisters Doubleclick für 3,1 Milliarden Dollar in bar - die bisher größte Akquisition von Google
Mit Hilfe von Doubleclick will Google seinen Erzrivalen Yahoo
vom Thron bei der sogenannten Displaywerbung stoßen. Während Google bei den suchbezogenen Anzeigen, also den bezahlten Links auf der Suchergebnisliste, unangefochtener Marktführer ist, bestimmt Yahoo das höherwertige Geschäft mit grafischen Anzeigen.
Monopolist Google
Die Werbebranche ist von den Plänen verständlicherweise alles andere als begeistert. "Durch die Übernahme von Doubleclick dominiert Google nicht nur den Markt für Suchmaschinenwerbung, sondern auch die Basistechnologie für die Schaltung von Werbebannern", erklärt Marco Klimkeit, Gründer des Marketingtechnologie-Unternehmens Newtention und Leiter des Arbeitskreises Targeting beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), gegenüber manager-magazin.de. Damit würde Google rund 80 Prozent des gesamten Onlinewerbemarktes steuern.
Hinzu kommt, dass kaum jemand mehr über das Surfverhalten der Nutzer weiß als Google und Doubleclick zusammen. Allein Doubleclick sammelt tagtäglich Unmengen von Daten darüber, von welchem PC aus welche Seiten aufgerufen wurden. Mit diesem Wissen ist es ein Leichtes für die beiden Unternehmen, werbetreibenden Firmen die Schaltung von exakter zielgruppenspezifischer Werbung anzubieten, dem neuen Trend im Internet. Über dieses sogenannte Behavioral Targeting werden Anzeigen nur dann ausgeliefert, wenn ein Vertreter der gewünschten Zielgruppe die gebuchte Seite auch wirklich aufruft.
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