Von Simon Hage
mm.de: Sind Sie besorgt, dass größere Internetkonzerne wie Google
oder Yahoo
auf die Idee kommen könnten, Ihnen Konkurrenz zu machen?
Hinrichs: Nein. Der Markt der Business-Netzwerke ist noch ein Nischenmarkt. Für Unternehmen wie Google und Yahoo geht es um die Masse an Seitenabrufen und Nutzern. Sie achten also auf Angebote wie MySpace oder Facebook. In diesem Bereich werden die Internetkonzerne sicher noch aktiver werden, jedoch nicht unbedingt bei den Business-Netzwerken. Dazu sind wir alle noch viel zu klein.
mm.de: Im Bereich Web 2.0 plant auch die Deutsche Telekom
Aktivitäten. Einer Kooperation mit den Bonnern wären Sie angeblich nicht abgeneigt.
Hinrichs: Das haben verschiedene Zeitungen geschrieben. Seitdem werde ich häufiger gefragt, ob Telekom-Chef René Obermann schon bei mir angerufen habe. Er hat sich aber noch nicht gemeldet. Dafür haben andere Leute von der Telekom schon Interesse an gemeinsamen Aktivitäten bekundet.
Größere Unternehmen tun sich häufig schwer, wirklich funktionierende Web-2.0-Projekte aufzubauen. Denn dabei kommt es nicht auf den Absender, sondern auf die Nutzer an. Betreiber wie Xing, die seit drei Jahren in dem Bereich tätig sind, haben ein ganz anderes Verständnis für den User und dessen Bedürfnisse.
mm.de: Vergangenes Jahr haben Sie das Netzwerk OpenBC in Xing umbenannt. Haben Sie das Gefühl, dass der neue Name bei den Usern angekommen ist?
Hinrichs: Auf jeden Fall. Einige Nutzer in Deutschland sprechen zwar immer noch von OpenBC, was ich aber nicht problematisch finde. Es geht darum, langfristig eine Marke aufzubauen. In Spanien beispielsweise hat der Name OpenBC nie eine Rolle gespielt. Wir sehen, dass die Marke Xing in den Ländern, in denen wir neu einsteigen, deutlich besser funktioniert.
© manager magazin online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH