Von Stefan Thurow
Überschaubare Häppchen
Am Anfang einer SOA-Pilotierung ist darauf zu achten, dass zumindest Service Repository, Servicerichtlinien, Sicherheitskonzepte, Message Routing sowie Reliable Messaging als wichtige Konzepte und Technologien bereits Bestandteil sind. Darüber hinaus sollte sich die geplante Zielarchitektur mit der Architektur des Piloten weitestgehend decken.
Ist es also etwa vorgesehen, künftig einen Enterprise Service Bus einzurichten, sollte diese Plattform schon Bestandteil des Piloten sein. Daneben gilt es, auch die notwendigen Entwicklungs- und Testumgebungen einzurichten, den Know-how-Aufbau der Entwickler aktiv zu fördern und wichtige Schlüsselwerkzeuge wie XML- und Designtools einzuführen.
Beim Einsatz von Unified Modeling Language für SOAs ist jedoch Vorsicht geboten. Aufgrund ihrer starken Ausrichtung an objektorientierten Konzepten ist diese zum Design für SOAs nur eingeschränkt tauglich. Besser geeignet sind Tools, die Domain Specific Language für SOAs unterstützen. Nach der Pilotphase sind die Erkenntnisse zu analysieren und in der Transformationsphase anzuwenden. Bewährt hat sich die Strategie, die gewonnenen Erkenntnisse in die Ziel- und Systemarchitektur sowie in die Roadmap einfließen zu lassen.
Transformation durch Iteration
Darauf aufbauend kann mit der Transformation der gesamten IT-Landschaft in eine SOA begonnen werden. Dieser Schritt ist mit Sicherheit der aufwendigste, aber nicht unbedingt der schwierigste – denn die schwierigsten Schritte sind mit Analyse und Planung bereits realisiert. Vielmehr ist jetzt die Roadmap konsequent und aufgrund des Umfangs sowie der sich verändernden Rahmenbedingungen unbedingt iterativ umzusetzen.
Bei langfristigen, strategischen Projekten wie einer SOA-Transformation ist es nie einfach, sich an den ursprünglichen Zielvorgaben zu orientieren. Neue Ziele kommen hinzu, alte fallen weg. Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, den beschriebenen iterativen Prozess einzuhalten und auch dann konsequent fortzusetzen, wenn das formulierte Ziel erreicht zu sein scheint.
Wann ist das Ziel allerdings jemals erreicht? In Zeiten sich ständig verändernden Rahmenbedingungen ist das die falsche Frage – schließlich sind Flexibilität und Effizienz einige der wichtigsten Argumente für die Einführung von SOAs. Der Erfolg einer SOA-Transformation sollte sich daher auch genau daran messen lassen: an höherer Flexibilität bei gleichzeitig geringeren Kosten.
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