New York - Time Warner
, die Mutter des Internetdienstes AOL, hat die Übernahme der schwedischen Online-Werbefirma Tradedoubler abgeblasen. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde zum Ende der Angebotsfrist die geforderte Zustimmung von 90 Prozent der Tradedoubler-Aktionäre nicht erreicht. AOL plane nicht, sein Angebot aufzustocken. Allerdings halte das Unternehmen an seinen Plänen fest, das Geschäft in Europa mit Internetanzeigen ausbauen.
Die Internetsparte von Time Warner hatte 900 Millionen Dollar in bar für die schwedische Gruppe geboten. Das Direktorium von Tradedoubler hatte den Aktionären empfohlen, das Angebot anzunehmen. Neben dem Management haben aber nur 20 Prozent der Anteilseigner das Gebot unterstützt. Wichtige Anteilseigner waren hingegen über den angebotenen Preis von 215 Kronen (rund 30,6 Dollar) pro Aktie unzufrieden. Laut Analysten hatten einige Aktionäre insgeheim mit bis zu 230 Kronen (circa 32,7 Dollar) gerechnet.
Einer der Unzufriedenen war Aktionär Alecta. Der Pensionsverwalter erwarte einen höheren Preis, denn Tradedoubler sei als führendes Internetanzeigenunternehmen einmalig in Europa, hieß es Mitte Januar bereits. Das Unternehmen besitzt knapp über zehn Prozent der Anteile an der schwedischen Online-Firma.
Für AOL ist das gescheiterte Angebot ein Rückschlag, denn das Internetunternehmen bewegt sich derzeit weg vom Zugangsanbieter hin zum Inhalteanbieter. Tradedoubler hätte das Unternehmen im Bereich Vermarktung erheblich gestärkt. Die Schweden setzten in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 140 Millionen Euro um.
AOL ist seit der Übernahme von Advertising.com im Jahr 2004 in zahlreichen europäischen Ländern als Online-Werbevermarkter tätig. Die Tochter kauft wie auch Tradedoubler Anzeigenplätze von den Internetanbietern und vermittelt sie an Inserenten, wie beispielsweise Dell
oder Apple
.
AOL wies im vergangenen Jahr insgesamt einen Umsatz von 7,9 Milliarden Dollar um. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen Gewinn von 1,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. AOL hatte im vergangenen Jahr mehrere Auslandstöchter verkauft.
manager-magazin.de mit Material von reuters und vwd
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