Von Simon Hage
"Just-do-it-Mentalität"
Google hat hohe Erwartungen an seine Mitarbeiter. Nicht ohne Grund macht sich der Konzern alle Mühe, nur die Besten auszuwählen. Ist die Einstellungsprozedur geschafft, fängt der eigentliche Stress für den frisch gebackenen "Googler" erst an
Von einer "Kultur des Forderns und Förderns" spricht der diplomierte Elektrotechniker Felix Haas, der während eines Gastaufenthalts an der US-Universität in Stanford für Google
Haas lobt die "extrem kreative Atmosphäre" bei Google, die "Just-do-it-Mentalität". Erfolgreiche Projekte würden "extrem stark gefördert", weniger erfolgreiche rasch beendet. Das Arbeiten beim Internetkonzern erfolge "auf sehr hohem Level" und sei "zeitlich anspruchsvoll".
Stechuhren gibt es bei Google zwar nicht, ebenso wenig Krawatten oder sonstige Konventionen der Old Economy. Konzernübergreifend duzt man sich. Doch die äußerliche Lockerheit bedeutet keinesfalls, dass Mitarbeiter frei von Druck arbeiten können. Leistungen werden strikt kontrolliert, Mitarbeiter müssen sich von mehreren Kollegen regelmäßig schriftlich bewerten lassen. "Wer einen geruhsamen Job sucht", sagt Personalerin Baumeister, "ist hier an der falschen Adresse". Darüber können auch Massagesessel und Gratissnacks nicht hinwegtäuschen.
Dennoch: Wer einmal bei Google angelangt ist, der kehre diesem Arbeitgeber so schnell nicht den Rücken, meint Sprecher Keuchel: "Die Fluktuation geht gegen null."
Doch auch außerhalb der farbenfrohen Google-Gemeinschaft lassen sich ansehnliche Karrieren basteln. Ex-Googler Haas hat die Event-Einladungsplattform Amiando mitbegründet, die im Dezember ins Netz ging. Mehrere Investoren konnte er bereits von dem neuen Projekt überzeugen. Neben dem Risikokapitalgeber Wellington Partners haben auch Branchengrößen wie Spreadshirt-Schöpfer Lukasz Gadowski oder das Gründerteam der Studenten-Community StudiVZ in das Unternehmen investiert.
Eine der größten Herausforderungen sieht Haas darin, fähige Entwickler für Amiando zu finden. Zahllose Start-ups ringen derzeit um Personal, das sich immer noch bevorzugt von Konzernen wie SAP
oder Microsoft
anwerben lässt. "Wir könnten dreimal so schnell wachsen", klagt Haas, "wenn wir die richtigen Leute hätten".
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