Von Simon Hage
Hamburg - Wer den Empfangsraum betritt, blickt auf Lavalampen und das überdimensionale blau-rot-gelb-grüne Logo des Internetkonzerns. Willkommen in der kunterbunten Google-Welt. Wartende Besucher können sich auf eine knallrote Couch setzen und dabei Schokoriegel diverser Geschmacksrichtungen kosten. Vorbeikommende Mitarbeiter - meist sportlich gekleidete Menschen Ende zwanzig - lächeln freundlich. Gleichzeitig fühlt man sich irgendwie beobachtet. Vermutlich liegt das an der Kamera, die auf die Besuchercouch gerichtet ist.
Die Google-Deutschland-Zentrale in der Hamburger ABC-Straße erinnert an ein übergroßes Kinderzimmer für verspielte Webdesigner, Ingenieure und Vertriebsexperten.
Ein Beamer strahlt Suchbegriffe an die Wand, die x-beliebige User irgendwo auf der Welt soeben in die Google-Maske eingegeben haben. Die thematische Bandbreite reicht von "Ufergehölze Hessen" bis "nackte Hausfrauen". Rund um den Globus werden rund 2000 Suchanfragen gestellt - pro Sekunde. "Es gibt nichts, was nicht gesucht wird", sagt Google-Sprecher Stefan Keuchel. Erster Eindruck: Wow!
Die Konferenzräume tragen so klangvolle Namen wie Reeperbahn, Hans-Albers-Platz oder Große Freiheit - alles Orte im Hamburger Amüsierviertel St. Pauli. Mitarbeiter in den Großraumbüros haben ihre Schreibtischplätze je nach Fachbereich geschmückt - beim "Automotive Team" hängen Felgen von der Decke, das Heckteil eines Autos steht herum. Jedes Büro müsse "googlig" aussehen, erklärt Keuchel.
Ihre Arbeit muss den Google-Mitarbeitern auch Spaß machen. Deshalb können sie sich zwischendurch in eine Lounge zurückziehen und Tischfußball oder X-Box spielen. Wer sich verspannt fühlt, lässt sich vom Massagesessel durchkneten. Kühlschränke mit kostenlosen Getränken stehen an jeder Ecke, in der Kantine gibt es während des kompletten Arbeitstags Gratissnacks für die "Googler". Die Legende besagt, dass jeder neue Mitarbeiter in kurzer Zeit um sieben Pfund zulegt - die sogenannten "Google seven".
Über die Jahre hat Google
- dank Aktienoptionen - auch manches finanzielle Schwergewicht unter seinen Mitarbeitern geschaffen. Der lässige Turnschuh-Look täuscht: Auf den Fluren der Google-Büroräume kann man durchaus dem ein oder anderen Millionär begegnen.
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