09.03.2007
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PC-Energieverbrauch

Stromfresser auf Diät

Von Nils Matthiesen

Hochgefahren, allein gelassen, vergessen: Kaum ein Elektrogerät steht zu Hause so häufig unter Strom wie der Computer. Verbraucher, die Energie sparen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, sollten beim Kauf deshalb genau hinschauen.

Hamburg - Server und zugehörige Kühlanlagen verbrauchten im Jahr 2005 in den USA insgesamt 45 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das ergaben Berechnungen des Lawrence Berkeley National Laboratory. Dies übersteigt den kompletten Jahresverbrauch des US-Bundesstaats Mississippi.

Zwar hat nicht jeder einen Server samt Klimaanlage unter dem Schreibtisch stehen, doch auch der Stromverbrauch vieler Desktop-PCs ist nicht ohne. So zieht eine auf Leistung ausgerichtete Maschine samt großem Röhrenmonitor schon mal gut und gerne über 350 Watt aus der Steckdose – und das im unbelasteten Zustand. Wird so ein System richtig gefordert, kommen noch einmal rund 125 Watt dazu.

Bei einem angenommen Betrieb von acht Stunden pro Tag und einem Preis von 19 Cent pro Kilowattstunde ergibt das im Jahr über tausend Kilowattstunden – und somit Stromkosten von etwa 200 Euro. Dabei ist diese Beispielrechnung extrem, weil nicht jeder eine so leistungsstarke Konfiguration besitzt, und dennoch optimistisch. Denn viele Nutzer lassen ihren PC den ganzen Tag laufen, inklusive sämtlicher Peripherie wie Drucker, Modem, Router und Fax.

Informationen Fehlanzeige

Studien belegen: Kaum ein Elektrogerät steht zu Hause so häufig unter Strom wie der PC. Hochgefahren, allein gelassen, vergessen: PCs verbrauchen nur 30 Prozent ihres Stroms, während tatsächlich an ihnen gearbeitet wird. Der größte Teil, rund 70 Prozent, geht ungenutzt verloren.

Dabei kann den Nutzern eigentlich kein Vorwurf gemacht werden. Bei Autos gibt es den durchschnittlichen Verbrauch, bei Haushaltgeräten die Energieeffizienzklassen. Derartige Angaben fehlen auf der Packung bei PCs völlig. Es gibt zwar ein paar Logos wie den blauen Engel, konkrete Hinweise liefern diese aber auch nicht.

Auch nach dem Kauf ist der Stromverbrauch nur schwer nachvollziehbar. Ein Indiz gibt höchstens die Stromabrechnung, die allerdings keine Rückschlüsse auf den Stromkonsum einzelner Geräte zulässt. Letztlich bleibt nur der Einsatz eines Strommessgeräts. Aber mal ehrlich: Würden Sie damit beim Elektrodiscounter herumhantieren wollen? Es fehlt eindeutig ein Label, das Verbrauchern bei der Suche nach einem stromsparenden PC weiterhilft. Statt Funktions- und Leistungsprotzereien wäre dies eine Information, die potenziellen Käufern wirklich weiterhelfen würde.

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