Von Simon Hage
Hamburg - Das Prinzip ist simpel, das Angebot klingt verlockend. Ein Internetportal pickt aus rund 700 Internetquellen die wichtigsten Nachrichten heraus. Alle 15 Minuten, automatisch. Viele User, die sich schnell informieren wollen, nutzen das Angebot von Google News, oder machen es sogar zu ihrer Startseite. Nicht alle 700 angezapften Quellen sind von dieser Entwicklung begeistert.
"Ein Problem entsteht, wenn das Informationsbedürfnis schon mit Google News befriedigt wird", sagt Anja Pasquay, Sprecherin des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Sprich: Manche Nutzer überfliegen nur die Überschriften und Textanreißer, die Google
Der Weltzeitungsverband schlug deshalb bereits vergangenes Jahr Alarm. Suchmaschinen wie Google, ätzte Präsident Gavin O'Reilly, "bauen ihr Geschäft auf Kleptomanie auf". Sein Verband hat die Software Acap (Automated Content Access Protocol) entwickelt. Mit ihrer Hilfe können Online-Anbieter selbst entscheiden, auf welche Artikel Suchmaschinen zugreifen dürfen - und wann die Webcrawler blockiert werden.
Mehrere Zeitungshäuser in Belgien sahen durch Google News ihre Urheberrechte verletzt, klagten - und errangen Anfang der Woche einen Sieg. Auch in zweiter Instanz untersagte ein Brüsseler Gericht dem Internetkonzern, Fotos oder Textinhalte dieser Zeitungen auf seine Nachrichtenseite zu stellen. Selbst Links zu den Artikeln der klagenden Medien sind für Google tabu. Aus Sicht von Branchenexperten ein merkwürdiges Verbot: Schließlich gehört gegenseitiges Verlinken zu den grundsätzlichen Wesensmerkmalen des Internets.
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