Frage: Microsoft hat für den Beginn des kommenden Jahres eine Flut neuer Produkte und Innovationen angekündigt. Was kann der Markt zukünftig von Microsoft erwarten?
Hartl: Im November 2006 haben wir wie angekündigt bereits das portable Multimediagerät Zune in den USA vorgestellt. Derzeit erfolgt die Markteinführung von Vista, Office 2007 und Exchange 2007 und Ende 2007 erscheint der Longhorn Server. In 2006 haben wir mit "Windows Live" und "Office Live" erste Angebote der Live-Plattform vorgestellt, mit der wir Anwendern - personalisiert – neue Interneterfahrungen und verschiedenste Mehrwertservices vermitteln möchten. Live ist unser Web-2.0-Angebot, das als Webplattform Dienste unterschiedlichster Art zur Verfügung stellt. Insgesamt sehen wir die Möglichkeiten von Web 2.0 in der Kombination mit Technologien wie Ajax und "Windows Presentation Foundation" als Treiber für das Business-to-Business-Geschäft der nächsten Generation.
Frage: Besteht nicht die Gefahr, dass die Softwareergonomie bei soviel Innovation auf der Strecke bleibt?
Hartl: Absolut nicht. Softwareergonomie ist und bleibt für uns ein hohes Gut. Wir unterhalten eigene Forschungsabteilungen, die sich ausschließlich mit dieser Thematik beschäftigen. Es werden Testreihen mit IT-Professionals, aber auch mit Non-Professionals durchgeführt um sicherzustellen, dass neue Darstellungskonzepte, wie wir sie beispielsweise in Vista integriert haben, beim Anwender auf hohe Akzeptanz stoßen. Die Bedienung unserer Produkte wird in Zukunft noch einfacher und intuitiver werden.
Frage: Trotz fortschreitender Globalisierung haben lokale Märkte dennoch Besonderheiten, die es zu beachten gilt. Mit welchen werden Sie in Deutschland konfrontiert?
Hartl: Das ist richtig. Ein Musterbeispiel sind die hierzulande strengen Datenschutzbestimmungen. Der Schutz, insbesondere persönlicher Daten muss sichergestellt sein. Teilweise können wir uns diesbezüglich an regionalen Gesetzgebungen und Richtlinien orientieren und Lösung darauf anpassen.
Frage: Wie viel persönlichen Spielraum haben Sie bei der Umsetzung Ihrer beruflichen Aufgaben?
Hartl: Microsoft, und das schätze ich an diesem Unternehmen, bietet jedem Mitarbeiter einen breiten Aktionsradius. Wir bekommen Ziele, die regelmäßig abgefragt werden. Auf welchem Weg wir diese erreichen, ist jedoch weitgehend uns selbst überlassen. Man hat erkannt, dass Freiheit Spielraum für Kreativität schafft und dass diese letztendlich Mitarbeiter produktiv macht. Ich habe festgestellt, dass wir Deutschen oft in engen Grenzen denken. Ich versuche deshalb, Dinge konsequent in Frage zu stellen, wodurch sich häufig Grenzen verschieben und Spielräume erweitern lassen. Nur so können wir Dinge, die bereits gut sind, besser machen.
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