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16.01.2007
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Plattformen

Innovation fördern und fordern

Von Siegfried Dannehl

3. Teil: "Interaktion mit der Open Source Community"

Frage: Welche konkreten Schritte unternehmen Sie, um diese Interoperabilität sicherzustellen?

Andreas Hartl

Der Manager arbeitet seit 1998 bei Microsoft Deutschland. Im September 2006 wurde er zum Leiter Plattformstrategie ernannt. In dieser Position ist Hartl für die Betreuung von Kunden und Partnern bei strategischen Geschäfts- und Plattformentscheidungen verantwortlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit für Microsoft durchlief Hartl verschiedene Stationen. Zuletzt war er als Stellvertreter der Geschäftsleitung für das Großkundengeschäft in der Developer Platform & Strategy Group tätig. Vor seinem Wechsel zu Microsoft hat Hartl Erfahrungen in IT-Fachbereichen unterschiedlicher Branchen gesammelt. Er hat einen Master Degree in Informatik und Elektronik der Fachhochschule München.
Hartl: Ein wichtiger Faktor ist die Mitarbeit von Microsoft in nationalen und internationalen Gremien. Bereits seit zwei Jahren haben wir das Thema Interoperabilität in den Fokus gerückt. Ein Teil unserer Expertise fließt beispielsweise in die Unterstützung des Online Services Computer Interface (OSCI), einem Protokollstandard für die deutsche Kommunalwirtschaft. Außerdem sind wir Partner in Gremien wie D21, DIN oder dem Branchenverband Bitkom. Die Gründung eines eigenen Expertenbeirates, um die Interoperabilität unserer Produkte stetig zu verbessern, war da nur die logische Konsequenz für Microsoft.

Frage: Open-Source-Anbieter haben in den letzten Jahren an Image und Akzeptanz gewonnen, sie sind zu ernsthaften Wettbewerbern etablierter Softwareanbieter geworden. Welche Bedeutung hat für Sie das Open Source Segment?

Hartl: Um es deutlich zu sagen: Ich begrüße diesen Wettbewerb ausdrücklich. Er fordert und fördert die Kreativität, Innovation und Agilität aller Softwareanbieter. Wir suchen aktiv und ganz gezielt die Kommunikation und Interaktion mit der Open Source Community. Auch die jüngst beschlossene Kooperation zwischen Microsoft und Novell unterstreicht sehr deutlich unsere Offenheit, mit der wir den Ansprüchen unserer Kunden gerecht werden wollen, dort OSS einzusetzen, wo es für sie sinnvoll ist – immer unter den Gesichtspunkten Planungssicherheit, Investitionsschutz, Support, Interoperabilität und nicht zu vergessen Haftungsschutz und Rechtsicherheit.

Frage: Nach IDC-Untersuchungen wechseln 45 Prozent derjenigen, die ihre aktuelle Unix-Plattform aufgeben, auf eine Windows Server Plattform, 37 Prozent zu Linux, 16 Prozent zu anderen Unix-Varianten. Für Sie ein befriedigendes Ergebnis?

Hartl: Wir bieten für die Migration zu Windows zahlreiche Mehrwerte. Ein besonderes Interoperabilitätsprodukt stellen beispielsweise die "Windows Services for Unix (SFU)" dar. Unternehmen können damit Unix-Systeme und -Anwendungen nahtlos mit Windows-Umgebungen kombinieren - und zwar, ohne dazu Software kaufen zu müssen. Ein weiterer Bestandteil von SFU ist das Interix-Subsystem für Windows. Mit Interix stellt Windows ein Unix-Subsystem zur Verfügung, dass über 2000 Unix-APIs umfasst und unter Windows eine komplette Laufzeitumgebung genau so bereitstellt, wie es Unix-Anwendungen erwarten.

Frage: Welches Potenzial sehen Sie generell im Upgrademarkt, insbesondere auch im Segment Novell Netware?

Hartl: Wir werden Kunden in diesem Segment gerne beraten. Stets berücksichtigend, dass wir heterogene Umgebungen bedienen können. Mit Novell verbindet uns wie mit vielen Anbietern Wettbewerb und Kooperation zugleich. Wettbewerb auf Produkt- oder Lösungsebene beispielsweise. Im Zuge der Kooperation mit Novell geht es aber darum, den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden. Gemeinsam entwickeln, vertreiben beide Unternehmen eine Reihe neuer Lösungen, um die Interoperabilität unserer Produkte zu optimieren. Wir haben darüber hinaus vereinbart, unseren Kunden gegenseitigen Patentschutz für unsere Produkte zu gewährleisten. Die Verträge gelten bis mindestens 2012.

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