Von Marleen Gründel, Potsdam
Kontrollierende Kanzlerin
Die von der Regierung ausgewählten Zukunftstechnologien sind eingebettete Software, IT-Dienstleistungen, das Zusammenspiel von Technik, Design und Inhalten (Digital Lifestyle) sowie IT-Sicherheit. Damit folgen die Minister nicht ganz der Ansicht des Branchenverbands Bitkom, der vergangene Woche die sechs wichtigsten Zukunftstechnologien vorgestellt hat.
Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich ein hehres Ziel gesetzt: Bis 2012 sollen Transaktionen zwischen Verwaltung und Unternehmen überwiegend elektronisch abgewickelt werden. Zudem soll die Einrichtung von digitalen Bürgerportalen und einheitlichen Telefonservicenummern die Nutzung von öffentlichen Dienstleistungen erleichtern und beschleunigen.
Die Bundeskanzlerin relativiert das Ganze jedoch kurze Zeit später: "Der Bürger sollte zumindest die Auskunft am Telefon bekommen, 'Wenn Sie eine Bundeskompetenz abfragen wollen, drücken sie die Eins, wenn Sie eine Landeskompetenz abfragen wollen, die Zwei, bei einer Anfrage an die Kommune, drücken Sie bitte die Drei'". Über diese bundesweit einheitliche Servicenummer - Medienberichten zufolge soll es sich dabei um die 115 handeln - sollen alle Anfragen der Bürger beantwortet werden.
Bis zum kommenden Jahr, wenn der IT-Gipfel erneut einberufen werden soll, wird diese "Innovation" in der Verwaltung wohl noch nicht umgesetzt sein. Aber die Bundeskanzlerin hat zumindest die Kontrolle der auf dem IT-Gipfel angekündigten Ziele und Maßnahmen angekündigt. "Sie bleiben unter Beobachtung", verkündete sie am Ende der Tagung.
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