14.12.2006
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Web-2.0-Studie

Nutzer an die Macht

2. Teil: Dämpfer für Web-2.0-Euphorie

Dämpfer für Web-2.0-Euphorie

Internetexperte Eikelmann räumt allerdings ein, dass auch beim Thema Internetökonomie Vorsicht geboten sei. "Die Community reagiert sehr empfindlich, wenn eine Kommerzialisierung des Angebots Überhand nimmt." Auch das stelle für die Unternehmen eine Herausforderung dar, denn die Konkurrenz sei nur einen Klick entfernt, wie Eikelmann betont.

Booz-Allen-Hamilton-Geschäftsführer Eikelmann: "Das Geld wird weiterhin mit Werbung verdient"
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Booz-Allen-Hamilton-Geschäftsführer Eikelmann: "Das Geld wird weiterhin mit Werbung verdient"

Die Ergebnisse der Booz-Allen-Hamilton-Studie dämpfen die aktuell vorherrschende Web-2.0-Euphorie. "Trotz der sehr hohen Kundenakzeptanz von Web-2.0-Diensten sollte nicht vergessen werden, dass die neuen Angebote kaum zusätzliche Wertschöpfung schaffen. Das Geld wird weiterhin mit Werbung verdient", warnt der Geschäftsführer. Die Entwicklungen führten im Wesentlichen zu einer Umsatzverschiebung innerhalb eines wachsenden Internetmarkts und teilweise zu einer Kannibalisierung traditioneller Medien- und Telekommunikationsanbieter.

Diese müssen auf den Trend reagieren, um langfristig zu überleben. So belegt die Studie eine konkrete Gefahr für konventionelle Medienunternehmen und Telekommunikationsanbieter durch Web-2.0-Anwendungen und IP-basierte Kommunikationskanäle wie Internettelefonie und Instant Messenger. Diese führten zu substituierender Nutzung und Kommunikation. "In Deutschland ist bei den traditionellen Telekommunikationsanbietern ein Umsatzvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro in Gefahr. Sprach- und SMS-Dienste werden zunehmend an den traditionellen Anbietern vorbei über das Internet abgewickelt", so Eikelmann.

Mittelfristig werden der Strategieberatung zufolge nur einige der neuen Modelle und Anbieter überleben. Die großen und etablierten Internetunternehmen befinden sich demnach in der besten Ausgangsposition, um vom Web 2.0 zu profitieren. "Das sogenannte 'Winner-takes-it-all'-Prinzip spielt im Internet eine wesentliche Rolle. Die großen Anbieter haben durch ihren Bekanntheitsgrad erhebliche Vorteile. Die Größe ist auch für eine Kommerzialisierung erforderlich", erklärt Eikelmann. Auf dem Gesamtmarkt setzten sich in der Regel ein bis zwei Unternehmen in einer bestimmten Kategorie durch.

Langfristig sind der Strategieberatung zufolge somit nur die Geschäftsmodelle erfolgreich, die durch eine konsequente Ausrichtung des Angebots eine kritische Masse an Nutzern gewinnen, damit relevante Netzwerkeffekte erreichen und die Kunden langfristig an sich binden können.

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