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manager magazin



28.11.2006
 

VoIP

"Skype-Software für alle Handys"

Von Martin Hintze

Die Zeiten, in denen Telefonate in Abhängigkeit des Aufenthaltsortes und der Länge bezahlt werden, sind bald vorbei, glaubt Niklas Zennström, Lenker des Internettelefonie-Anbieters Skype. Im Interview mit manager-magazin.de verrät er, wer davon am meisten profitiert und was es mit dem "Venice Project" auf sich hat.

mm.de: Herr Zennström, es ist nun etwas mehr als ein Jahr vergangen, seit das Internetauktionshaus Ebay Chart zeigen Ihr Unternehmen aufkaufte. Welche Konsequenzen hatte die Übernahme für Sie?

Niklas Zennström: Der gebürtige Schwede gründete Skype vor drei Jahren zusammen mit dem Dänen Janus Friis. Im September 2005 kaufte das Internetauktionshaus Ebay das Start-up für 2,6 Milliarden Dollar.
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Niklas Zennström: Der gebürtige Schwede gründete Skype vor drei Jahren zusammen mit dem Dänen Janus Friis. Im September 2005 kaufte das Internetauktionshaus Ebay das Start-up für 2,6 Milliarden Dollar.

Zennström: Das Geschäft läuft gut. Die Nutzerbasis ist von 54 Millionen im vergangenen Jahr auf über 136 Millionen angestiegen. Außerdem waren wir in der Lage, den Erlös zu steigern, worauf wir sehr stolz sind. Im Vergleich zu 2005 werden wir den Umsatz von 60 Millionen Dollar auf 195 Millionen Dollar in diesem Jahr verdreifachen. Außerdem haben wir neue Leute einstellen müssen. Ich kann also nicht klagen.

mm.de: Wie viele Nutzer zahlen für Skype?

Zennström: Unglücklicherweise haben wir noch keine Zahlen darüber veröffentlicht. Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass von diesen 136 Millionen Nutzern 7,2 Millionen aus Deutschland kommen. Und das sind doppelt so viel wie vor einem Jahr.

mm.de: Die Ebay-Aktie verlor seit Anfang des Jahres bis zum August stark an Wert und erholt sich nun langsam – Welche Auswirkungen hatte das auf Ihr Unternehmen?

Zennström: Bei Skype sind wir nicht für das Tagesgeschäft von Ebay verantwortlich. Wir versuchen eher, das Unternehmen langfristig zu stärken.

mm.de: Vor Kurzem kündigten Sie in Hongkong eine Zusammenarbeit mit dem UMTS-Netzbetreiber 3 und den Handyherstellern Nokia Chart zeigen und Sony Ericsson an. Was genau ist da geplant?

Zennström: 3 versucht, das erfolgreiche Geschäftsmodell des Internets in die mobile Welt zu tragen. Der Netzbetreiber will den Kunden uneingeschränkten und preiswerten Zugang zum Internet via Handy geben. Ein solcher Tarif von 3 wird in Großbritannien ab dem 1. Dezember verfügbar sein. Außerdem werden einige Internetapplikationen wie Skype auf den Handys von Nokia und Sony Ericsson vorinstalliert sein. Das halte ich für eine tolle Entwicklung, denn zuvor war es sehr schwierig und teuer, mit dem Handy ins Internet zu gehen.

mm.de: Wird es so etwas auch demnächst in Deutschland geben?

Zennström: Das hängt natürlich von 3 ab. Unglücklicherweise sind sie bislang im deutschen Markt nicht vertreten. Aber ich hoffe, dass andere Netzanbieter diesem Beispiel folgen und vergleichbare Angebote machen. Wir wollen außerdem die Skype-Software für jedes Handy als Download anbieten, und das wäre dann natürlich auch für Deutsche verfügbar.

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