Von Anne Preissner und Helmut Reich
Hamburg - Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom
, René Obermann, will sich offenbar von Bereichen der Geschäftssparte T-Systems trennen. Das erfuhr manager-magazin.de aus informierten Kreisen. Seit längerem steht der ausgelagerte Bereich Media & Broadcast zum Verkauf, der rund 700 Millionen Euro umsetzt. Diese Sparte, die für Fernsehen, Hörfunk und Satellitenbetreiber digitale Signale terrestrisch überträgt, gehöre nicht mehr zum Kerngeschäft von T-Systems, heißt es.
Darüber hinaus gibt es seit Monaten Gerüchte, dass sich die Deutsche Telekom von ihrem IT-Geschäft trennen will. Das betrifft vor allem das T-Systems-Geschäftsfeld "Enterprise Services" (ES), das multinationale Kunden betreut. Der Außenumsatz sei stark rückläufig, laut Insiderinformationen werde T-Systems über erhöhte Preise mit 800 Millionen Euro quersubventioniert.
Zu den wichtigsten Kunden von T-Systems gehören neben der Deutschen Telekom auch DaimlerChrysler
, EADS
und die Deutsche Post
. Die zweite Sparte von T-Systems, der für mittelständische und große Geschäftskunden zuständige Bereich "Business Services" (BS), versorgt ihre Kunden hauptsächlich mit Telekommunikationsdienstleistungen. Beide Sparten stehen seit Jahren unter Druck und erwirtschaften so gut wie keinen Profit.
Seit Monaten versucht die Telekom einen starken europäischen Partnern für die ES-Sparte zu finden. Es laufen Verhandlungen mit den IT-Dienstleistern Atos Origin oder EDS sowie mit den Dienstleistungssparten großer Computerkonzerne wie IBM oder HP. Entscheidungen scheiterten bislang an Standort- und Bewertungsfragen. Mittlerweile wird nach Information von manager-magazin.de auch ein Verkauf an Private-Equity-Gesellschaften nicht mehr ausgeschlossen.
T-Systems-Chef Lothar Pauly sperrt sich nach Informationen von manager-magazin.de jedoch gegen eine Zerschlagung der Sparte. Nach der Übernahme von Gedas, der IT-Sparte von Volkswagen
, will er T-Systems zu einem der führenden IT-Dienstleister in Europa aufbauen. Auch der neuen Telekom-Chef Obermann will zumindest vorerst am IT-Geschäft festhalten. In einer internen Mail an die Mitarbeiter von T-Systems heißt es: "Der Vorstand unter René Obermann hat sich mit diesem Thema nicht beschäftigt."
Der Telekom-Großinvestor Blackstone könnte das Thema jedoch schnell wieder auf die Agenda setzen. Nach Information von manager-magazin.de drängt Blackstone-Chef Stephen Schwarzman auf den Verkauf des angeschlagenen IT-Geschäfts.
Insgesamt betreut die Telekomtochter mit über 50.000 Mitarbeitern mehr als 160.000 Unternehmen.
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