Mailand/München - Das eigene Angebot sei ausgewogen, verteidigte das vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Unternehmen am Donnerstag seine erfolglose Offerte. Falls andere Angebote einen höheren Wert der deutschen Gruppe unterstellten, "folgen sie offensichtlich einer anderen Logik", hieß es in der Mitteilung von Mediaset.
Insgesamt zehn Bieter hätten bereits ein Angebot für die Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 abgegeben, berichtet eine mit der Situation vertraute Person. Einige Bieter, die in einer ersten Angebotsrunde ihr unverbindliches Interesse bekundet hätten, würden mehr als 30 Euro je Aktie bezahlen. ProSiebenSat.1
Neben Mediaset
sei zumindest ein weiterer Bieter aus dem Rennen um das mit rund fünf Milliarden Euro bewertete Unternehmen, sagte der Insider. Die Italiener seien aus politischen Gründen aus dem Bieterprozess ausgeschlossen worden. "Kartellwächter und Politiker sind dagegen, dass Berlusconi am deutschen Markt Fuß fasst", so die eingeweihte Person.
Politiker und Medienmogul
Der Medienkonzern war bereits 2002 gemeinsam mit dem Australier Rupert Murdoch an einer Übernahme der Kirch Media interessiert, zu der ProSiebenSat.1 bis zur Pleite der Kirch Gruppe gehörte. Berlusconi stößt aber bei deutschen Politikern parteiübergreifend auf Ablehnung. Wegen seiner Doppelrolle als Politiker und Herrscher über die drei größten Privatkanäle läuteten schon beim ersten Übernahmeversuch der Kirch Media bei den Sozialdemokraten die Alarmglocken.
Als Interessenten für den Kauf der Sendergruppe aus ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24 wurden in Medienberichten zuletzt zwei Finanzinvestoren-Konsortien bestehend aus Apax und Goldman Sachs
sowie Permira und KKR
gehandelt.
Mit der italienischen Mediaset hatte das erste Unternehmen öffentlich sein Kaufinteresse an dem Sender bekundet, der mehrheitlich im Besitz einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban steht. Anfang des Jahres war der Verkauf des Unternehmens an das Verlagshaus Axel Springer
am Widerstand der Kartellwächter gescheitert.
Springer hatte 23,37 Euro je Aktie geboten. Die Alteigentümer um Saban, die 88 Prozent der Stammaktien und 13 Prozent der Vorzugsaktien halten, dürften nun deutlich mehr für ihre Anteile bekommen.
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