03.11.2006
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Innovation

Die hörende Suchmaschine

Im Lesen sind Suchmaschinen wahre Meister - blitzschnell finden Google, Yahoo & Co. beliebige Wörter auf Millionen von Internetseiten. Doch bei Audiodateien versagten die Recherchetools bisher immer. Ein kleines Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern will das jetzt ändern.

Frankfurt am Main - Die Firma Com Vision aus Wismar hat eine Software entwickelt, die Suchbegriffe in Tonaufnahmen findet. Gewerbliche Medienauswerter nutzen die Technik schon, aber auch Rundfunksender und Geheimdienste sind interessiert.

Audioclipping: Mit der neuen Software lassen sich Suchbegriffe in Tonaufnahmen finden
[M]: DPA; mm.de

Audioclipping: Mit der neuen Software lassen sich Suchbegriffe in Tonaufnahmen finden

Die neue Suchtechnik namens Audioclipping profitiert von den gewaltigen Fortschritten der automatischen Spracherkennung in den vergangenen Jahren. "Wir lassen das Tonsignal durch unser System laufen und setzen das in geschriebenen Text um", erklärt der technische Leiter des Unternehmens, Lars Mainka. Der Text lasse sich mit bewährter Technik durchsuchen. "Schrift ist das am besten komprimierte Medium."

Damit jedes Suchergebnis wieder der richtigen Stelle auf der Tonspur zugeordnet werden könne, ergänze die Software alle Textabschnitte mit Zeitangaben. Zwar könne der Computer auch heutzutage kein druckreifes Protokoll schreiben wie ein Stenograf, räumt Mainka ein. Selbst die moderne Software verstehe nur 85 Prozent der gesprochenen Sprache korrekt.

"Schnell und kostengünstig"

Ein Kunstgriff führe aber zum richtigen Ergebnis. "Wir suchen auch nach ähnlichen Wörtern", erklärt der Cheftechniker. "Damit sind wir in der Lage, jede Textstelle wieder zu finden."

Das Unternehmen von der Ostseeküste, das mit 14 Beschäftigten weniger als zehn Millionen Euro im Jahr umsetzt, verspricht sich ein großes Geschäft. Radio- und Fernsehsendungen, Tonarchive, Audiodateien im Internet, selbst aufgezeichnete Telefonkonferenzen und Vorträge - all das lasse sich nun erstmals kostengünstig auswerten, schwärmt Verkaufsleiter Dietmar Kneidl.

Und das in bisher ungeahnter Geschwindigkeit. "Wir sind in der Lage, 60 Minuten gesprochener Sprache in nur acht Minuten zu analysieren." Ein geübter - und teuer bezahlter - Protokollant brauche dafür deutlich länger als eine Stunde.

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