New York/Düsseldorf - "Wir hoffen, innerhalb eines Jahres etwas auf einem mobilen Gerät zu haben", sagte YouTube-Chef Chad Hurley. "Das wird ein riesiger Markt, besonders bei der Haltung zu Videos, mit der wir es zu tun haben", so Hurley.
YouTube hatte im Mai seinen To-Go-Dienst gestartet, mit dem Nutzer ihre mit dem Mobiltelefon aufgenommenen Filme auf die Website hochladen können. Der neue Dienst soll es Benutzern nun erlauben, Videos direkt von Handy zu Handy auszutauschen.
YouTube ist innerhalb von ein paar Monaten zu einer der beliebtesten Websites im Internet geworden. Im Oktober hatte Google
angekündigt, das Videoportal für 1,65 Milliarden Dollar kaufen zu wollen.
Inzwischen sieht sich Google allerdings mit zahlreichen Urheberrechtsproblemen konfrontiert. Nach der Übernahme durch den finanzstarken Internetkonzern wollen zahlreiche Rechteinhaber aus Europa, Japan und den USA nicht mehr länger dulden, dass das Videoportal mit Inhalten Geld verdient, für die nie eine Lizenzgebühr bezahlt wurde. Sie fordern das Entfernen ihrer geschützten Videos und Filme.
"Videos dürfen gar nicht erst auf die Seite"
Besonders aggressiv gehen einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge die Sportligen vor. "Wir haben Google aufgefordert, mehr als 3000 unserer Clips zu entfernen, sagte ein Sprecher der National Football League (NFL) in New York der Zeitung. Auch die National Basketball Association (NBA) habe Google bereits abgemahnt. Beide Ligen verdienen Milliarden mit der Vermarktung von TV- und Internetrechten.
Die Sportligen zielen auf einen besonders attraktiven Teil des Angebots von YouTube. Tausende von Fans stellen die besten Szenen ihrer Idole zusammen, unterlegen sie mit Musik und präsentieren das Ergebnis dann auf der Website. Dabei würden sowohl die Urheberrechte der Sportligen als auch der Musikkonzerne verletzt. Ein Google-Sprecher sagte dem Blatt, man werde Videos immer dann entfernen, wenn die Rechteinhaber dazu auffordern.
Doch die wollen dem Bericht zufolge mehr: "Es reicht nicht, dass Google das Material erst rausnimmt, wenn wir einen Brief schreiben", monierte ein Sprecher der englischen Premier League. "Wir wollen, dass Google alle Videos, an denen wir Rechte haben, gar nicht erst auf die Seite lässt."
Nach Angaben der Premier League laufe derzeit eine konzertierte Aktion der europäischen Fußballligen gegen Google und YouTube. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) habe eine Agentur mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. "Wir meinen das sehr ernst", zitiert die Zeitung einen DFL-Sprecher. "Wir verkaufen unsere Rechte teuer an Partner, auch im Internet. Deren Rechte werden durch das Angebot auf YouTube natürlich geschädigt."
manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters
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