Donnerstag, 9. Februar 2012, 02:36 Uhr

manager magazin



11.10.2006
 

Google/YouTube

"Urheberrechte haben höchste Priorität"

Von Hasnain Kazim und Christian Stöcker

Die Übernahme der Videoplattform YouTube durch Google sorgt derzeit für Aufregung. Im Interview erklärt Googles Nordeuropa-Chef Philipp Schindler, wie der Internetgigant mit YouTube Geld verdienen will - und was deutsche Manager von amerikanischen lernen können.

Frage: Seit wann wussten Sie, dass Google Chart zeigen YouTube kaufen würde?

Schindler: Es ist ein so sinnvoller und nahe liegender Schritt, dass Sie davon ausgehen können, dass wir das Thema natürlich schon eine Weile im Herzen tragen.

Google-Nordeuropa-Chef Schindler: "Wir wollen die Informationen dieser Welt organisieren"
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Google-Nordeuropa-Chef Schindler: "Wir wollen die Informationen dieser Welt organisieren"

Frage: Die Kaufsumme von 1,65 Milliarden Dollar ist astronomisch – für ein Unternehmen, das nicht einmal Gewinn macht. Außerdem hat Google ja bereits einen eigenen Videodienst. Können Sie uns näherbringen, was an dieser Anschaffung so sinnvoll sein soll?

Schindler: YouTube hat es geschafft, das erfolgreichste Video-Angebot im Web zu etablieren, ein spannendes, hochgradig intensiv angenommenes Produkt. Was spricht dagegen, ein so gutes Produkt mit einer so erfolgreichen Firma wie unserer zu kombinieren?

Wir haben mit Google Video ein ähnliches Produkt, das aber nicht an den Erfolg von YouTube heranreicht – zumal Google Video ja noch ein Beta-Produkt, also noch kein fertiges Produkt ist.

Frage: Wie lange wird es dauern, bis Sie mit YouTube tatsächlich Geld verdienen?

Schindler: Das lässt sich jetzt, einen Tag nach der Bekanntgabe des Deals, natürlich schwer beantworten. Klar ist, dass es interessante Erlösmodelle gibt. Darüber kann ich aber heute noch nichts sagen. Doch wir sind fest davon überzeugt, dass wir YouTube zu einem fairen Preis gekauft haben. Wir haben eine Vielzahl von Analysen gemacht, wir wissen, dass YouTube eine sehr starke Marke ist und eine extrem große Reichweite hat. Und wir glauben, dass wir, wenn wir das mit unseren Stärken kombinieren – nämlich hochvolumig automatisierte Werbesysteme zu betreiben – einen absolut intelligenten Schritt machen. Wir wissen, dass die nächste Evolutionsstufe des Internets auf einer audiovisuellen Basis aufbauen wird.

Frage: Die Werbung über Suchworte funktioniert mit Text – wenn ich nach "Handschuh" suche und dann "Handschuh"-Anzeigen gezeigt bekomme, ist das sicher sinnvoll. Wie soll das mit Videos gehen, in denen etwa ein junges Mädchen von ihrem Liebeskummer erzählt?

Schindler: Ein Ansatz, den wir allerdings bis heute nicht verfolgen, ist das sogenannte flow tracking. Man sieht sich Profile von Konsumenten an – wofür interessieren sich Konsumenten? Nehmen wir mal an, dass Sie sich heute Abend bei YouTube ein Video von "lonelygirl 15" ansehen, aber heute Vormittag sind Sie auf irgendwelchen Finanzseiten unterwegs gewesen und haben sich für ein Girokonto interessiert. Dann könnte es also für Sie relevant sein, wenn zum "lonelygirl-15"-Video eine Anzeige für ein Girokonto eingeblendet wird.

Frage: Sie wollen den Internetnutzer auf Schritt und Tritt im Auge behalten? Die Datenschützer werden begeistert sein.

Schindler: Wie gesagt, das machen wir bisher noch nicht, weil wir noch besser verstehen wollen, wie Konsumenten das empfinden, wie es mit dem Thema Datenschutz aussieht, und so weiter. Wir beobachten diesen Bereich aber sehr genau.

Frage: Was haben Sie vor, bis es soweit ist? Soll YouTube zunächst mal gar kein Geld einbringen?

Schindler: Konkret kann ich noch nicht werden, aber natürlich gibt es wie gesagt Erlösmodelle. Eine Form ist beispielsweise das Sponsoring von bestimmten Inhalten. Eine andere Möglichkeit ist, dass bestimmte Inhalte gegen Gebühr angeboten werden, wie wir das jetzt schon bei Google Video machen. Eine weitere wäre, einen Werbespot vor einem Video zu zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aber nicht sagen: Das wird der Weg sein. Wir müssen daran arbeiten, unsere Targeting-Systeme, die für textbasierte Inhalte gut funktionieren, auch auf die audiovisuelle Welt zu übertragen.

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insgesamt 77 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
01.04.2009 von MarkH: einige Magenschmerzen

ist irgendwie logisch. Was ich nicht gut finde sind die Verknüpfungsmöglichkeiten der Medienindustrie mit geographischen Daten (GoogleEarth) Letzteres gehört eindeutig in die Hände von Zivil- und planungsingenieuren [...] mehr...

31.03.2009 von DJ Doena:

Und weiter gehts: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,616605,00.html Warum sollte man auch ein Interesse haben, dass die eigene Musik von Leuten gehört wird.... mehr...

12.02.2009 von DJ Doena:

Über ein Jahr ist vergangen und verändert hat sich nicht viel. Außer dass sehr viel mehr Videos von "Rechteinhabern" gesperrt werden. Was ich bei ganzen Serien-Folgen noch verstehen kann, ist mir bei Musik-Videos oder gar [...] mehr...

03.12.2007 von Eiermann: MusicTube?

Isch hab da mal ne Frage: Gibt es eigentlich analog zu Videoplattformen wie youtube, myvideo usw. auch Musikplattformen, in denen Musikstücke auf eben solche Seiten eingestellt werden können? Bin auf den Gedanken gekommen, weil [...] mehr...

28.02.2007 von straightflash88: Onlinevideos

Ich hab da die passende Antwort für dich... Die richtig guten und Videos findes du auf http://www.komerca.tv also da findes du richtig gute Videos also probiers mal ;) mehr...

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