Von Eva-Maria Simon
Hamburg - Wissen ist ein außergewöhnlicher Rohstoff: Im Überfluss vorhanden, für Unternehmen immer wichtiger und doch für Mitarbeiter schwer zu greifen. Je komplizierter die Welt der Produkte und Dienstleistungen wird, desto bedeutender ist Weiterbildung. Dabei reichen Schulungen für eine ganze Abteilung nicht mehr aus, um gezielt zu trainieren und der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.
Zukunftsvision: E-Learning mit dem sozialen Web
Individualisiertes Lernen bedeutet demnach, dass jeder Mitarbeiter genau das Angebot bekommt, das er braucht. Der Angestellte, der oft mit Kunden aus Kanada telefoniert, sollte einen Wirtschaftsenglisch-Kurs besuchen. Dafür muss der Betrieb nicht wie früher einen Sprachtrainer oder eine Reise bezahlen. Stattdessen lädt sich der Mitarbeiter ein Lernprogramm auf seinen Flashplayer herunter, hört es sich an, löst nach jeder Lektion die Testaufgaben und stellt seine Ergebnisse in ein Portal.
Community statt Konferenzsaal
Sozial wird das Lernen dann, wenn sich Mitarbeiter in Communitys zusammenfinden. Sie senden ihre Erkenntnisse über ein neues Produkt per RSS-Feed an die Gruppe, zeigen sich gegenseitig ihre Lesezeichen oder Termine und verständigen sich zusätzlich per Messenger. So verschwimmen die Grenzen zwischen Lernen und Kommunikation.
Wenn das Wissen nicht mehr in den "Eigenen Dateien", sondern in einem Weblog oder einem lexikonartigen Wiki abgelegt wird, dann ist es transparent. Das wird für Chefs interessant, wenn Mitarbeiter etwa Testergebnisse auf die Plattform stellen. So weiß der Vorgesetzte, was der Untergebene gelernt hat - unter Umständen ein rigider Kontrollmechanismus.
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