Frankfurt - Telecom Italia (TI)
hat das Zugangsgeschäft von AOL Deutschland übernommen. Mit einem Schlag verfügt die TI-Tochter Hansenet nun über insgesamt 3,2 Millionen Kunden, davon über zwei Millionen Breitbandkunden. Hansenet schiebt sich damit auf den zweiten Platz der größten DSL-Anbieter in Deutschland.
So kommen Hansenet und AOL gemeinsam derzeit auf einen Marktanteil bei den Breitbandanschlüssen auf 15 Prozent. Diese Marke will das Unternehmen bis Ende 2007 mindestens halten, sagte Geschäftsführer Harald Rösch. Das sei eine anspruchsvolle Aufgabe.
Im kommenden Jahr soll der Umsatz zudem auf eine Milliarde Euro steigen, sagte der Hansenet-Chef. Im vergangenen Jahr hatte der Hamburger Internet- und Telefonanbieter einen Umsatz von 296 Millionen Euro erzielt. "Wir haben uns ein profitables Wachstum zum Ziel gesetzt", so Rösch.
Das Unternehmen zielt nun besonders darauf ab, die übernommenen AOL-Kunden direkt für seine eigenen Komplettanschlüsse aus Telefon und Internetzugang zu gewinnen. AOL unterhält keine eigenen Leitungen zu den Haushalten, sondern vertreibt lediglich Anschlüsse von Infrastrukturanbietern wie der Deutschen Telekom
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Keine Entlassungen
Um möglichst vielen bisherigen AOL-Kunden ein Komplettprodukt anbieten zu können, will das über die Marke "Alice" bereits in ganz Deutschland aktive Hansenet den Netzausbau weiter vorantreiben. Mittelfristig wolle das Unternehmen flächendeckend präsent sein, sagte Rösch. Bis Ende 2006 will er zunächst 45 Prozent aller DSL-Haushalte erreichen, ein Jahr später soll der Anteil auf über 60 Prozent steigen.
Rösch zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingt, die Unternehmenskulturen von Hansenet beziehungsweise Telecom Italia und AOL zu vereinen. Diese lägen nicht weit auseinander, sagte der Manager, der bereits Erfahrung aus dem 2003 erfolgten Zusammenschluss mit dem italienischen Mutterhaus mitbringt. Damals hatte TI Hansenet übernommen.
Durch den Kauf des AOL-Zugangsgeschäft wird sich die Zahl der Mitarbeiter auf rund 2500 mehr als verdoppeln. 1200 Beschäftigte wechseln von AOL zu Hansenet, darunter allein 1000 Angestellte in den Callcentern in Saarbrücken und Duisburg. Entlassungen sind nicht geplant, wie Rösch mehreren Medien sagte. Bei AOL verbleiben nach dem Verkauf nur noch rund 300 Mitarbeiter.
Über das laufende Geschäft äußerte sich Rösch positiv. Hansenet werde ein gutes drittes Quartal ausweisen. Im Zuge des Verkaufs vereinbarten Hansenet und AOL auch eine fünfjährige Partnerschaft. AOL wird während dieser Zeit den gesamten Internetauftritt für die deutschen Kunden von Telecom Italia gestalten und betreiben. Über das finanzielle Volumen des Auftrags sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.
Telecom Italia zahlte für die Übernahme des AOL-Zugangsgeschäft 675 Millionen Euro an Time Warner
. Der US-Medienkonzern trennt sich vom Geschäft mit der Internet-Infrastruktur, um AOL neu auszurichten. Das Unternehmen soll sich künftig aus Werbung im Internet finanzieren. Verkauft wird das Zugangsgeschäft ebenfalls in Frankreich und Großbritannien.
manager-magazin.de mit Material von dow jones, reuters, dpa
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