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manager magazin



22.08.2006
 

Internet

Was ist wirklich dran an Web 2.0?

Von Andreas Neef und Willi Schroll

Das World Wide Web ist in weniger als einem Jahrzehnt erwachsen geworden. Heute sammeln sich die Evangelisten, Analysten und Investoren des neuen Web unter der wenig aussagekräftigen Flagge "Web 2.0". Der Versionssprung von 1.0 auf 2.0 suggeriert Umwälzendes. Höchste Zeit für eine Inventur.

Hamburg - Die Jahre der großen Utopien, der Hype, das Börsenfieber, der kollektive Kater nach dem bösen Erwachen - all das liegt noch gar nicht so lange zurück. Heute reiben wir uns ungläubig die Augen, denn wie damals bevölkern viele bunte Start-Ups das Web und jede Menge euphorischer Verheißungen schwirren durch die Luft, Evangelisten, Analysten und Investoren des neuen Web sammeln sich unter der wenig aussagekräftigen Flagge "Web 2.0".

Andreas Neef ist geschäftsführender Gesellschafter des Think Tanks Z_punkt. Der Zukunftsforscher und Innovationsberater verantwortet seit Anfang der 90er Jahre Innovations-Projekte für namhafte Großunternehmen.
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Andreas Schoelzel

Andreas Neef ist geschäftsführender Gesellschafter des Think Tanks Z_punkt. Der Zukunftsforscher und Innovationsberater verantwortet seit Anfang der 90er Jahre Innovations-Projekte für namhafte Großunternehmen.

Der Versionssprung von 1.0 auf 2.0 suggeriert Umwälzendes und zeugt von erstaunlichem Selbstvertrauen. Tatsache ist, dass auf der Basis offener Webtechnologien viele hundert neuer Anwendungen, Geschäftsideen und zahllose Web 2.0-Portale entstanden sind. Fakt ist auch, dass einige Portale ein Millionenpublikum eingesammelt haben.

Auch in der Goldfieber-Phase von Web 1.0 wurden jedoch beeindruckende User-Volumina und traumhafte User-Zuwächse präsentiert. Das Spiel mit den User-Zahlen erwies sich allerdings allzu oft als Hütchenspiel - hinter dem Millionenheer der User standen selten nennenswerte Umsatzpotenziale. So erwiesen sich die steilen Exponentialkurven als Sättigungskurven mit Abwärtstrend, ein "Business" nach dem anderen kollabierte - nur wenige überlebten die harte Auslese. Es ist höchste Zeit für eine kleine Inventur.

Wie fing eigentlich alles an mit Web 2.0? Dale Dougherty von O'Reilly Media war auf der Suche nach einem passenden Titel für eine Entwicklerkonferenz für das Jahr 2004. Es braute sich etwas zusammen - die Veränderungen im Web waren vielschichtig und kaum auf einen Nenner zu bringen. Der Begriff "Web 2.0" wurde geboren. Seitdem tobt die Debatte um den Wesenskern dieser webtechnologischen Epoche. Die Definitionsversuche kommen selten über eine wolkige Zusammenstellung von visionären Zielbegriffen einerseits und Technikvokabeln der Webentwickler andererseits hinaus. Wer nicht weiß, was Abkürzungen wie API, AJAX, SVG und XUL bedeuten, kann mit den Definitionen wenig anfangen.

Web 2.0: Die Mitmach-Plattformen des Gemeinschafts-Netzes

MySpace.com ist die populärste unter den Community-Plattformen, mit über 60 Millionen registrierten Nutzern. Wie auch Facebook.com, Xanga.com oder Friendster.com bietet MySpace den Nutzern die Möglichkeit, Profilseiten anzulegen und mit Bildern und Videos zu dekorieren, Musik und Text auf die Seite zu stellen und ihre persönliche Profilseite mit der von Freunden und Bekannten zu verknüpfen. MySpace ist sehr beliebt bei Nachwuchsmusikern und verhalf auch den britischen Arctic Monkeys zu ungeahntem Erfolg. In die Kritik geriet das Angebot, weil es von Pädophilen benutzt wurde, um Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen.

Seit 2004, als die erste Web 2.0-Konferenz stattfand, hat sich Einiges getan. Die Konturen jenes neuen Web treten klarer hervor, Schlüsseltrends, Funktionsprinzipien und Geschäftsmodelle lassen sich erkennen. Wir lassen das Gestrüpp aus unverständlichem Technik-Slang auf der einen und "prophetischem Marketing" auf der anderen Seite hinter uns und beleuchten das unbekannte Wesen Web 2.0 aus drei Perspektiven: aus der Technologie-, der User- und der Business-Sicht.

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