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08.08.2006
 

IT-Strategie

Gewinn dank Kyoto

Von Robert Gabriel und Peter Köberle

Die extremen Preisschwankungen im Emissionshandel haben viele Anlagenbetreiber alarmiert, weil die Preise für CO2-Zertifikate ihre Geschäftsergebnisse erheblich beeinflussen. Mit einer Emissionsmanagement-Software können Unternehmen aus den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls trotzdem Gewinn schlagen.

Ein Betrag in mindestens vierstelliger Millionenhöhe wäre fällig, sollte der größte deutsche Energiekonzern seine CO2-Emission um nur ein Prozent im Vergleich zur Zuteilungsmenge überschreiten. Ein kleiner Stahlhersteller müsste für so eine einprozentige Überschreitung immerhin noch 15.000 Euro im Jahr ausgeben, um sich dafür im Emissionshandel CO2-Zertifikate zu kaufen.

Teures CO2: Die Preise für Zertifikate schwanken
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Teures CO2: Die Preise für Zertifikate schwanken

Diesen Szenarien liegen Preise von nur rund neun Euro pro CO2-Tonne zugrunde, obwohl die Tonne zu Spitzenzeiten schon 30 Euro wert war.

Nach der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch das russische Parlament trat das weltweite Klimaschutzabkommen am 16. Februar 2005 in Kraft. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich darin, den Ausstoß von Treibhausgasen – die als Auslöser für die globale Erwärmung gelten – substantiell zu verringern. Danach wollen die Industriestaaten ihre Emissionen in der ersten Verpflichtungsperiode (2008 – 2012) um 5,2 Prozent gegenüber den Werten von 1990 reduzieren, die EU um 8 und Deutschland um 21 Prozent. Wie die einzelnen Länder das machen, bleibt aber weitgehend ihnen überlassen.

Dieser Gastbeitrag ist im Fachmagazin "IT-Director", Heft 5/2006 erschienen

Dieser Gastbeitrag ist im Fachmagazin "IT-Director", Heft 5/2006 erschienen

Die EU hat sich für den Emissionshandel entschieden, um die CO2-Reduktion effektiver und mit einem kleinen Verwaltungsaufwand umzusetzen. In Deutschland bricht der erste nationale Allokationsplan (NAP) die Reduktionspflicht auf einzelne Unternehmen herunter. Der Allokationsplan betrifft hierzulande 1.850 Anlagen, die sich auf rund 1.100 Anlagenbetreiber aus Branchen wie Energie, Stahl, Zement, Glas oder Papier verteilen.

Diese Unternehmen haben gemäß ihren Emissionen von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) CO2-Zertifikate kostenlos zugeteilt bekommen. An der Börse beträgt jedoch der Wert eines Zertifikates für eine Tonne CO2-Emissionen bis zu 30 Euro. Mit dem Instrumentarium Emissionshandel sollen die Unternehmen Schritt für Schritt ihren klimaschädlichen Ausstoß senken, weil ihnen ansonsten finanzielle Einbußen drohen.

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