Von Robert Gabriel und Peter Köberle
Ein Betrag in mindestens vierstelliger Millionenhöhe wäre fällig, sollte der größte deutsche Energiekonzern seine CO2-Emission um nur ein Prozent im Vergleich zur Zuteilungsmenge überschreiten. Ein kleiner Stahlhersteller müsste für so eine einprozentige Überschreitung immerhin noch 15.000 Euro im Jahr ausgeben, um sich dafür im Emissionshandel CO2-Zertifikate zu kaufen.
Diesen Szenarien liegen Preise von nur rund neun Euro pro CO2-Tonne zugrunde, obwohl die Tonne zu Spitzenzeiten schon 30 Euro wert war.
Nach der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch das russische Parlament trat das weltweite Klimaschutzabkommen am 16. Februar 2005 in Kraft. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich darin, den Ausstoß von Treibhausgasen – die als Auslöser für die globale Erwärmung gelten – substantiell zu verringern. Danach wollen die Industriestaaten ihre Emissionen in der ersten Verpflichtungsperiode (2008 – 2012) um 5,2 Prozent gegenüber den Werten von 1990 reduzieren, die EU um 8 und Deutschland um 21 Prozent. Wie die einzelnen Länder das machen, bleibt aber weitgehend ihnen überlassen.
Dieser Gastbeitrag ist im Fachmagazin "IT-Director", Heft 5/2006 erschienen
Diese Unternehmen haben gemäß ihren Emissionen von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) CO2-Zertifikate kostenlos zugeteilt bekommen. An der Börse beträgt jedoch der Wert eines Zertifikates für eine Tonne CO2-Emissionen bis zu 30 Euro. Mit dem Instrumentarium Emissionshandel sollen die Unternehmen Schritt für Schritt ihren klimaschädlichen Ausstoß senken, weil ihnen ansonsten finanzielle Einbußen drohen.
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