Die Verträge mit der RTL-Senderfamilie und MTV-Networks seien ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des digitalen Satellitenfernsehens, sagte Keyser. Astra führe auch Gespräche mit dem Bezahlsender Premiere. Mit der neuen technischen Infrastruktur könnten alle Digitalangebote über Satellit in Zukunft mit einer einheitlichen Empfangsbox gesehen werden.
"Damit kann das Boxenchaos in den Wohnzimmern beendet werden", sagte Keyser. Das Angebot sei offen und neutral und richte sich an alle Sender, die die Technik nutzen wollen. Astra sei dabei nur der technische Dienstleister. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg verbreitet über 13 Satelliten mehr als 1600 analoge und digitale TV- und Radiokanäle sowie Multimedia- und Internetdienste. Zur RTL- Senderfamilie gehören RTL, Vox, RTL II, Super RTL, n-tv, RTL Shop und Traumpartner TV, zu MTV Networks gehören MTV, Viva, Nick und Comedy Central.
Die Grundverschlüsselung von Programmen ist in Deutschland heftig umstritten. Die gebührenfinanzierten Sender ARD und ZDF lehnen dies strikt ab. ZDF-Intendant Markus Schächter warnte bereits vor dem Wechsel "vom free tv zum fee tv". In den USA sind die meisten Sender bereits kostenpflichtig. Auch in Frankreich und Großbritannien ist die Zahl der frei empfangbaren Sender weitaus kleiner als in Deutschland.
Der Chef der Mainzer Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, betonte, die Rundfunkkommission der Länder werde "besonders darauf achten", dass bei dem neuen Geschäftsmodell die Meinungsvielfalt sichergestellt sei. Das Bundeskartellamt muss den Vertrag noch prüfen. Die Behörde hatte aber schon signalisiert, dass es keine grundsätzlichen Einwände gegen die Einführung einer Zuschauergebühr im Satelliten-TV habe. Eine solche Gebühr sei kein kartellrechtliches Problem, hatte Kartellamtspräsident Ulf Böge gesagt.
dpa/reuters/ddp
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