Berlin - RTL und MTV wollen ihr über Satellit ausgestrahltes Digitalprogramm künftig verschlüsselt anbieten. Auf diesem Weg sollen auch zusätzliche, kostenpflichtige Angebote ausgestrahlt werden. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2007 wollten die beiden Sendergruppen auf diese neue digitale Plattform umsteigen, teilte der Satellitenbetreiber SES Astra am Mittwoch mit. Die Verträge mit den deutschsprachigen Sendern von MTV Networks und RTL seien bereits unterzeichnet worden und würden vom Bundeskartellamt geprüft.
Für den Empfang der verschlüsselten Programme sind ein Satellitenempfänger, eine Zugangskarte (Smart Card) sowie eine Registrierung notwendig. Den TV-Haushalten wird SES Astra eine Zugangspauschale von bis zu 3,50 Euro im Monat berechnen. Den Sendern eröffneten sich damit neue Möglichkeiten für maßgeschneiderte Programme, sagte Astra-Vorstandschef Ferdinand Kayser.
Die Sender, die ebenfalls über Astra ausstrahlen, aber den neuen Service nicht nutzen, könnten unverändert über Astra-Satelliten empfangen werden, hieß es weiter. Für die bisherigen Programme wird der Zuschauer von den Sendern keine Rechnung bekommen. Erst wenn zusätzliche Angebote in Anspruch genommen werden, könnte eine Bezahlung fällig werden.
Wie SES Astra mitteilte, könnten die Sender den Haushalten über die Plattform Pakete schnüren, die etwa auch kostenpflichtige Einzelabrufe (Pay-per-View) umfassen könnten. Die digitalen Programme könnten zudem mit einem kodierten Signal vor Missbrauch geschützt werden. Ermöglicht werden unter anderem auch interaktives Fernsehen, elektronische Programmführer und persönliche Videorecorder.
SES werde für eine gewisse Übergangszeit das Programm bestimmter Sender verschlüsselt und unverschlüsselt ausstrahlen, hieß es weiter. "Diejenigen Sender, die über Satellit verbreitet werden, aber den neuen Service nicht nutzen, können unverändert von allen Astra-Satelliten-Haushalten empfangen werden."
Von den 16,4 Millionen Haushalten mit Satellitenschüssel sind nach Astra-Angaben bereits 6,4 Millionen für den digitalen Empfang ausgerüstet. In den kommenden Jahren müssten 10 Millionen Haushalte, die ihr TV-Programm über Satellit empfangen, von analog auf digital umsteigen.
Die Chefin der deutschen RTL-Senderfamilie, Anke Schäferkordt, sagte: "Die neue Plattform gewährleistet den effektiven Schutz unserer Programme und ist darüber hinaus technische Voraussetzung für eine Vielzahl neuer Angebote." Mit der Verschlüsselung können Übertragungsrechte für bestimmte Programme geografisch abgrenzt werden.
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