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25.07.2006
 

Mobile Kommunikation

Blackberry lähmt die Produktion

Von Wolfgang Miedl

Push-Mail-Geräte lenken von der eigentlichen Arbeit ab. Das hat Alexander Fischer, Leiter der IT-Infrastruktur bei der August Koehler AG, im Selbstversuch erlebt. In der Regel empfiehlt er seinen Mitarbeitern deshalb andere Technologien.

Blackberry ist Kult. Das Lieblingsaccessoire moderner Manager steht für Echtzeit und symbolisiert so paradigmatisch das Leitbild der heutigen Geschäftswelt.

Wie ein Pawlowscher Hund: Der Blackberry verändert das Kommunikationsverhalten seiner Nutzer
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Wie ein Pawlowscher Hund: Der Blackberry verändert das Kommunikationsverhalten seiner Nutzer

Genau aus diesem Grund beginnt die Einführung der Push-Mail-Handys in vielen Unternehmen auch nicht mit einer dedizierten Mobil-Strategie, wie Alexander Fischer weiß: "In den meisten Firmen sind die Blackberrys nach und nach als Privatanschaffung aufgetaucht, und irgendwann war die IT natürlich gefordert, diese Geräte ordentlich in die Messaging-Infrastuktur zu integrieren."

Der Leiter IT-Infrastruktur bei Papierhersteller August Koehler AG in Oberkirch erinnert sich, dass er die Blackberrys ursprünglich überhaupt nicht auf seiner Rechnung hatte, als er vor eineinhalb Jahren eine langfristige mobile Agenda erarbeitete: "Wir setzten vor eineinhalb Jahren ganz auf Windows-basierende PDAs und Smartphones, weil wir uns aus Integrationssicht die größten Vorteile versprachen."

Es sollte jedoch alles anders kommen. Wie andernorts zogen in Oberkirch die Blackberrys über das Management in das Unternehmen ein. Außerdem musste Fischer noch seine ehrgeizigen Windows-Mobile-Planungen revidieren.

Lieferant T-Mobile strich nämlich zwischenzeitlich zum Leidwesen vieler Firmenanwender sein Microsoft-Engagement zusammen - die Smartphone-Serie SDA wurde komplett ausgemustert, und das als Blackberry-Alternative angekündigte Microsoft Direct Push kam bisher nicht recht in die Puschen. "Ich hatte mich ursprünglich auf die Ankündigungen von T-Mobile und Microsoft verlassen, aber bisher kann ich allenfalls eine halbherzige Umsetzung erkennen", beklagt Fischer.

Allein das Tarifmodell sei kontraproduktiv: Um nämlich die Push-Funktion von Microsoft Chart zeigen auf einem MDA (Mobile Digital Assistent) nutzen zu können, muss jede halbe Stunde ein kleines Datenpaket gesendet werden. Weil aber der Mobilfunktarif als kleinste Abrechnungseinheit 100-KB-Datenblöcke vorsieht, entstehen bei der Dauernutzung enorme Kosten, die weit über dem tatsächlichen Verbrauch liegen.

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