Von Marleen Gründel
Hamburg – Direkt neben den Büros von Premiere
in München-Ismaning entsteht derzeit ein neues Sendezentrum. Dort bauen der Sportsender DSF und seine Produktionstochter Plazamedia für einen siebenstelligen Betrag ein zweistöckiges Gebäude – und zwar im Auftrag der Deutschen Telekom
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Das Merkwürdige daran ist: Die Telekom braucht eigentlich gar kein eigenes Sendezentrum, zumindest dann nicht, wenn Premiere die Bundesliga-Übertragung über das Internet für die Telekom abwickelt. Und genau das ist Gegenstand des bereits im Mai geschlossenen Vertrags zwischen dem Bezahlsender und dem Bonner Konzern.
Warum also lässt die Telekom seit Anfang des Jahres für mehrere Millionen Euro dieses Sendezentrum bauen? Ein Grund dafür kann eigentlich nur sein, dass sie davon ausgeht, dass der Vertrag mit Premiere platzt. "Als vorsichtige Kaufleute wollen wir sicherstellen, dass wir auf jeden Fall die Bundesliga übertragen können", so T-Com-Sprecher Martin Frommhold gegenüber manager-magazin.de.
Kampf um Triple-Play-Kunden
Denn Premiere gilt seit dem Verlust der Bundesliga-Übertragungsrechte im Dezember vergangenen Jahres als Übernahmekandidat – schließlich abonnierten die meisten Kunden das Bezahlfernsehen nur, um die Bundesliga live sehen zu können. Als potenzieller Käufer wird immer wieder Kabel Deutschland (KDG) gehandelt. Mithilfe von Premiere könnte der Netzbetreiber sein eigenes Pay-TV-Angebot deutlich ausweiten, wovon auch das Triple-Play-Angebot (Fernsehen, Internet und Telefon von einem einzigen Anbieter) profitieren würde, das der Marktführer derzeit stark fördert.
Doch genau da kommt die Telekom ins Spiel. Ebenso wie KDG setzt auch der Ex-Monopolist auf das neue Alles-aus-einer-Hand-Produkt. Falls der Bezahlsender und der Netzbetreiber fusionieren, müsste beziehungsweise könnte sich die Telekom auf Grund der Konkurrenzsituation aus dem Vertrag lösen.
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