Kostenvorteile schwinden
Hinzu kommen die überlasteten Straßen, Flughäfen und Stromnetze der IT-Zentren Bangalore, Chennai, Hyderabad und Mumbai, die ein Hindernis für das künftige Wachstum der Branche darstellen. "Ohne wesentliche öffentliche Investitionen in die städtische Infrastruktur in allen wichtigen Zentren wird Indien nicht in der Lage sein, das derzeitige Wachstum aufrechtzuerhalten", sagte Matzke.
Da die indischen IT-Dienstleister inzwischen kaum noch auf Kostenvorteile bauen können, entwickeln sie sich von klassischen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie der Applikationsentwicklung weg in Richtung Unternehmensberatung und Projektmanagement. Ihr Auftreten habe sich enorm gewandelt, und dementsprechend auch die Wahrnehmung beim Kunden. "In ausgewählten Bereichen steht ihr Know-how dem von IBM oder Accenture in nichts nach", sagte Matzke.
Angesichts der steigenden Lohnkosten müssten indische Anbieter einfachere Tätigkeiten aber mittlerweile weiter auslagern, etwa nach China, auf die Philippinen, nach Russland oder Vietnam. "Für solche Arbeit wird Indien zu teuer", sagte Matzke.
In Deutschland sei die Nachfrage nach Offshore- und Nearshore-Angeboten gestiegen. Der Forrester-Analyst rechnet mit einem Wachstum von 15 bis 20 Prozent pro Jahr, allerdings von einer niedrigen Ausgangsbasis aus. Vorerst sei mit kleineren Projekten zu rechnen.
dpa
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