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06.06.2006
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Weblogs

Mittelständler in der Blogosphäre

Von Lothar Lochmaier

2. Teil: Missbrauch ist kaum auszuschließen

Missbrauch ist kaum auszuschließen

Obwohl die Zahl der deutschen Blogs stark wächst, gelingt es bisher nur wenigen, eine angemessen große Leserschaft zu erreichen, um den hohen Zeitaufwand dafür zu rechtfertigen. "Während Corporate Blogs in den USA zu einem beliebten Instrument der externen Kommunikation geworden sind, beginnen sie sich in Deutschland gerade erst zu etablieren", berichtet Antje Stobbe, für das Internet zuständige Marktforscherin bei der Deutschen Bank Research.

Ein Blog sollte grundsätzlich zum Unternehmen, seinen Zielen und zur Firmenkultur passen. "Der zum Teil sehr provokante Charakter von Blogs ist möglicherweise nicht mit dem Image eines Unternehmens vereinbar", gibt Stobbe zu Bedenken. Schwer kontrollierbare Risiken liegen vor allem im Inhalt und im Tonfall von Kommentaren.

Auch Sicherheitsrisiken auf Seiten der IT gilt es nicht zu vernachlässigen. Problematisch ist dabei, dass die Weblogs tiefer ins IT-Geschehen eingreifen, als mancher unbedarfte Nutzer glaubt – etwa wenn das Unternehmen Blogging-Tools auch in die Groupware oder Content-Management-Systeme integriert. "Zwar sehen wir noch keine gezielten Attacken, mit denen Malware auf Weblogs eingeschleust wird, aber das Risiko auf häufig frequentierten Plattformen ist sehr hoch", erklärt Maksim Schipka, Anti-Virus-Architekt im Global Operation Center bei Messagelabs. Er hält es durchaus für möglich, auch über diesen Weg an sensible Kundendaten zu gelangen.

Aus Kosten- und Kapazitätsgründen können sich kleinere Betriebe jedoch kaum eine aufwändige Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten – mit gefährlichen Folgen: "Gerade bei begrenzten Finanzressourcen ist der Missbrauch des Systems kaum auszuschließen", bestätigt Meipor-Chef Meyer. Genau in diese Bresche dürften nach Auffassung Schipkas schon bald die ersten Anbieter von Managed-Security-Services springen, mit spezifischen Offerten zur Absicherung von Weblogs.

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