Hamburg - "U3 ist ein Soft- und Hardware-Standard", erklärt Michael Best vom Unternehmen Dexxon, das in Deutschland U3-Produkte vertreibt. Hinter dieser Technologie stehe die Idee, die persönliche Desktopumgebung bequem überall hin mitnehmen und nutzen zu können.
U3 sei gewissermaßen die Weiterentwicklung von USB 1.1 und USB 2.0 sagt Hans-Christoph Kaiser vom Speicherhersteller Verbatim. "Man spricht da auch von der dritten Generation." Der Weg führe weg vom reinen Datenträger hin zum Software-gesteuerten Werkzeug.
Die Idee, seine Arbeitsumgebung auf einem mobilen Speicher mit sich zu führen, ist nicht ganz neu. "Der entscheidende Unterschied ist, dass auf dem verwendeten Rechner keine Daten zurückbleiben, sobald der U3-Stick entfernt wird", erklärt Daniel Lüders von der Fachzeitschrift "c't". Nach Beendigung der Sitzung beziehungsweise nach dem Entfernen des Sticks aus der Schnittstelle werden die zum Arbeiten auf dem Gastrechner abgelegten Daten wieder gelöscht.
Um diesen Vorteil zu gewährleisten, müssen alle Programme dem U3-Standard entsprechen. Die Software wird entweder zusammen mit den Sticks ausgeliefert. Oder sie steht zum Herunterladen, teilweise kostenlos, auf der Website des U3-Konsortiums unter www.u3.com. zur Verfügung. "Insgesamt gibt es derzeit rund 100 Anwendungen", sagt Kaiser.
Dazu gehören zum Beispiel Fotosoftware, ein Backup-Programm oder E-Mail-Clients. Darunter sind U3-Umsetzungen von Programmen, die vom PC her bekannt sind - Firefox zum Browsen im Netz etwa, oder die IP-Telefonie-Anwendung Skype. "Die Auswahl an U3-Programmen ist übersichtlich, aber gut", urteilt Daniel Lüders von der "c't".
Neben Dexxon beziehungsweise Intuix und Verbatim bieten verschiedene andere Hersteller die U3-Sticks an: SanDisk und Disk2go beispielsweise. Die Preise für U3-Sticks liegen Kaiser zufolge rund 10 bis 15 Prozent über denen für herkömmliche USB-Speicher. Die Hardware ist laut Michael Best von Dexxon auch zu anderen Betriebssystemen wie Mac OS und Linux kompatibel. Die U3-Software und damit auch die U3-Funktionen laufen derzeit jedoch nur unter Windows 2000 mit dem Service Pack 4 sowie unter Windows XP. Software für andere Betriebssysteme sei geplant.
© manager magazin online 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH