Donnerstag, 9. Februar 2012, 12:50 Uhr

manager magazin



08.05.2006
 

Google

CEO wider Willen

manager-magazin.de präsentiert Auszüge aus dem Buch "Die Google-Story" des Pulitzer-Preisträgers David A. Wise. Lesen Sie heute, warum Eric Schmidt nicht Google-Chef werden wollte und es dann doch wurde. Und warum Schmidt heute über die Anfänge des Webkonzerns sagt: "Es war ein bisschen wie im Zoo."

Eric Schmidt war im Dezember 2000 unterwegs zu einem Treffen mit Sergey Brin und Larry Page, aber im Grunde hatte er kein Interesse daran, Google Chart zeigen aufzusuchen. Als Erstes bemerkte er, dass man seine Biografie an die Wand projiziert hatte. Er hatte gehört, dass man bei Google nicht ganz bei Sinnen sei, und dies schien sich zu bestätigen.

Zäher Start: CEO Schmidt versuchte zunächst mit allen Kräften, die Begegnung mit den Google-Guys zu vermeiden
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REUTERS

Zäher Start:
CEO Schmidt versuchte zunächst mit allen Kräften, die Begegnung mit den Google-Guys zu vermeiden

Zwar war er nach Kräften bemüht gewesen, die Begegnung zu vermeiden, aber John Doerr von Kleiner Perkins, der einflussreichste Risikokapitalgeber, den Schmidt kannte, hatte ihm unablässig zugeredet, mit den Google-Guys wenigstens über eine Rolle in deren Führungsriege zu sprechen. Schmidt respektierte Doerr, und wenn dieser nicht als Investor und Vorstandsmitglied mit Google zu tun gehabt hätte, wäre die Unterredung nie zu Stande gekommen.

In der eingegrenzten Welt von Technologieunternehmen und hochkarätigen Finanziers kannte Schmidt niemanden, der eine bessere Erfolgsquote aufzuweisen hatte als Doerr. Das war eine Beziehung, die es sich zu kultivieren lohnte, selbst wenn sich das Treffen mit Brin und Page als völlige Zeitverschwendung erwies. Schmidt, Chief Executive Officer des Software-Herstellers NovellChart zeigen, war nicht auf der Suche nach einem neuen Posten, obwohl er einen benötigen würde, nachdem Novell eine gerade laufende Fusion abgewickelt hatte.

Aber selbst wenn er zu einer Veränderung bereit gewesen wäre, hätte der promovierte Manager sich nicht an Google gewandt. Bei allem von Doerr bekundeten Enthusiasmus war Google schließlich nur eine Suchmaschine in einer Zeit, als breit angelegte Web-Portale im Silicon Valley als bevorzugtes Geschäftsmodell galten. Und Schmidt hatte sich dieser vorherrschenden Meinung angeschlossen.


Literatur: David A. Wise, Mark Malseed: "Die Google-Story", übersetzt von Bernd Rullkötter, Friedrich Griese, Murmann Verlag, 300 Seiten, 19,90 Euro.

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Sergey und Larry waren genauso wenig an einem Treffen mit Schmidt interessiert. Er war bloß der Letzte in einer Reihe von Technologiebossen, die sie empfangen mussten, um Doerr und Moritz, ihre Kapitalgeber, zu beschwichtigen. Sie planten, ihn dorthin zu schicken, woher er gekommen war. In Wirklichkeit wollten sie niemanden, der ihnen bei Google über die Schulter guckte - und schon gar keinen Buchhalter. Unternehmerische Kontrollen konnten nur schaden, denn sie würden die Innovation ersticken und zu alarmierenden Berichten an Kleiner Perkins und Sequoia Capital über die Verschwendung ihres Geldes führen.

Sergey und Larry waren stolz auf ihre Unabhängigkeit. Die beiden Risikokapitalgesellschaften auf der anderen Seite hatten 25 Millionen Dollar in Google investiert und konnten bislang nur mit Frustration, Kopfschmerzen und sporadischen Updates durch die beiden rechnen. Aber die Firmen beharrten darauf, dass Brin und Page eine erfahrene, ältere Person einstellten, jemanden, der ein Unternehmen führen und es repräsentieren konnte, wenn die Zeit für den großen Profit an der Wall Street kam.

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