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21.04.2006
 

Gründer-Kolumne

Die Ne(x)t Generation ist da!

Von Tobias Kollmann

Die Net Economy ist erwachsen geworden und mit ihr die Gründer und Investoren in diesem Bereich. Die turbulenten Zeiten der Net Economy sind zum Glück vorbei. Eine Branche, zu der sich in den letzten Jahren nur noch wenige bekannt haben, bietet wieder eine solide Basis für neue Perspektiven.

Nein, dies soll keine Beschwörung eines neuen Internet-Hypes sein! Es wurden Fehler gemacht - aber es wurde inzwischen auch aus den Fehlern gelernt. Und so konnten und können inzwischen wieder eine ganze Reihe an neuen Geschäftsideen im Internet beobachtet werden, die auf realistische und stabile Grundlagen setzen.

  Tobias Kollmann , Inhaber des Lehrstuhls für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen

Tobias Kollmann, Inhaber des Lehrstuhls für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen

Was auf die ereignisreichen Jahre des Internetbooms folgte, war eine zwingend notwendige Bereinigung des Marktes. Diese Bereinigung ist aber kein spezielles Phänomen der Net Economy. Jede Branche und jeder Markt folgt einem bestimmten Lebenszyklus, der zwar sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, aber dennoch einige Merkmale aufweist, die so gut wie immer zutreffen.

So wie Menschen bei der Geburt, sind auch neue Märkte zunächst einmal ohne Erfahrung und Wissen. Sie lernen zu Laufen und sich in der Umgebung zu Recht zu finden. Die Net Economy konnte auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen und musste die Regeln des Marktes erst einmal erlernen. Dabei gehört der Fall genauso dazu, wie das Aufstehen nach dem Fall.

Die Regeln des Marktes ...

Typische Branchenlebenszyklen, so wie wir sie in der Wissenschaft finden, beschreiben die Anfänge eines Marktes oftmals als birth phase, infancy, early stage, existence oder entrepreneurial stage. Die Anfangsphase ist - ähnlich wie bei Produktlebenszyklen - immer zunächst durch einen Anstieg des Marktvolumens gekennzeichnet. Das Wachstum des Marktvolumens wird im Laufe der Zeit jedoch langsamer, wodurch auch der anfängliche überproportionale Eintritt von Unternehmen in den Markt nach und nach abflacht.

Ein vorläufiges Maximum an aktiven Firmen im Markt ist demnach schnell erreicht und ein "Shakeout", eine Bereinigung, unausweichlich. Das heißt, aktive Firmen verlassen den Markt, obwohl das Marktvolumen weiterhin wächst. Die Gründe für das Marktverlassen können unterschiedlicher Natur sein. Entweder sind die Unternehmen unprofitabel oder haben zu sehr auf eine reine Imitationsstrategie gesetzt. Erfahrungswerte zeigen, dass etwa 20 Prozent der Unternehmen den Markt innerhalb eines Jahres wieder verlassen und sogar knapp 70 Prozent innerhalb von sechs Jahren.

Es bleiben also von der anfänglichen Flut meist nur die besten Unternehmen im Markt übrig. Fehlende Kenntnis über den Wettbewerb, ungenaue Absatzprognosen und Unsicherheit über die Akzeptanz neuer Technologien waren gerade in der Frühphase der Net Economy Faktoren, die die Entwicklung des Marktes und das Überleben darin erschwerten.

...gelten auch für die Net Economy!

Im Vergleich zu anderen Branchen hat der bereinigende "Shakeout" in der Net Economy jedoch ein ganz besonderes Merkmal. Die erste Welle der Unternehmensgründungen fand Mitte der Neunziger statt, als zum Beispiel Ebay Chart zeigen (1995) und Amazon Chart zeigen (1994) gegründet wurden. Die Eintrittsbarrieren waren sehr gering und Kapital konnte problemlos akquiriert werden. Folglich drängten sich in kürzester Zeit sehr viele Unternehmen auf den Markt und die Anzahl aktiver Firmen erreichte ihr vorläufiges Maximum im Jahr 1999.

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