Hamburg - "Wir haben gegen Spoerr und zwei weitere Verantwortliche des Konzerns ein Verfahren eingeleitet. Die entsprechende Anzeige der BaFin ist uns gestern übersandt worden", sagte Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger am Donnerstag in Hamburg gegenüber manager-magazin.de. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte zuvor nach einer vertiefenden Untersuchung Anzeige gestellt, ohne weitere Details zu nennen.
Die BaFin hatte im September 2004 eine Prüfung wegen des Verdachts des Insiderhandels eingeleitet, nachdem Auffälligkeiten im Handel mit Freenet-Anteilen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen der Gesellschaft am 9. August aufgetreten waren.
In den drei Wochen vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hatten Spoerr und Finanzvorstand Axel Krieger Aktien der Mobilcom-Tochter Freenet verkauft und damit den Kurs nach Angaben von Händlern unter Druck gesetzt. Krieger gehört aber nicht zu den drei Konzernverantwortlichen, gegen die nun ermittelt wird.
Spoerr wies die Anschuldigung des Insiderhandels gegenüber dpa/afx zurück. "Die Vorwürfe sind vollkommen haltlos", sagte er. Der von ihm getätigte Verkauf von Freenet-Aktien sei regulär verlaufen. "Die Anteilscheine stammten aus einem Aktienoptions-Programm", sagte der Manager, der mittlerweile auch Vorstandschef von Mobilcom
ist.
Das Unternehmen habe erst aus der Presse erfahren, dass die Finanzaufsicht Anzeige gestellt habe, sagte eine Sprecherin von Mobilcom gegenüber manager-magazin.de. "Wenn es sich bei den Beschuldigten um Vorstände von Mobilcom handeln sollte, dann sind die Vorwürfe mit Sicherheit haltlos", so die Sprecherin.
Auf Anfrage wollte die Staatsanwaltschaft Hamburg die Namen der beiden Personen, gegen die neben Spoerr ermittelt wird, nicht nennen. Es sei aber kein weiteres amtierendes Vorstandsmitglied der beiden Konzerne betroffen.
manager-magazin.de / dpa
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