Von Kai Lange
Wer von einer Liberalisierung profitieren könnte
Der größte private Wettanbieter Betandwin
biete täglich mehr als 3000 Sportwetten im Internet an und sei und sei auch durch die Kooperation mit Premiere
gut positioniert, um von einem dynamischen Wachstum des Marktes zu profitieren. Die hohe Bewertung der Aktie gebe jedoch bereits einen großen Teil der Wachstumsphantasie wieder.
Die Platzhirsche müssen sich jedoch auf verschärfte Konkurrenz einstellen. Im Fall einer Liberalisierung sei mit dem Einstieg großer europäischer, börsennotierter Wettanbieter wie William Hill
, Ladbrokes
und Unibet
auf dem deutschen Markt zu rechnen.
Kleinere, lokale Anbieter wie Admiral Sportwetten
aus Österreich oder die aus dem Neue-Markt-Unternehmen E.Multi hervorgegangene Sportwetten.de
könnten weitere Nischen besetzen und die Konkurrenz verschärfen.
Medienunternehmen zählen ebenfalls zu den möglichen Profiteuren, da sie sich im Fall einer Liberalisierung verstärkt auf dem Sportwettenmarkt engagieren und dabei ihren Bekanntheitsgrad, ihren Kundenkreis sowie ihre TV-Präsenz in die Waagschale werfen dürften. Der Sportsender Premiere
sei der am besten positionierte Sportsender in Deutschland und verfüge mit mehr als 5000 Stunden Sport-Liveberichterstattung über eine sehr gute Plattform für Sportwetten.
EM.TV und RTL lauern
Allerdings konnte sich Premiere nicht die Bundesligarechte für die Saisons 2006/2007 sowie 2007/2008 sichern: Es sei fraglich, ob Premiere durch Sublizenzen seitens der Inhaber Arena und Deutsche Telekom
doch noch zum Zuge kommen könnte. Mit dem Wettkanal "Premiere Win", der bislang Wetten auf Pferderennen anbieten darf, sei der Sender schon durch eine Kooperation mit Betandwin auf dem Markt aktiv.
Auch das Medienunternehmen EM.TV
hat nach Einschätzung der LRP durch den Sportsender DSF, das Internetportal Sport1 sowie durch den Produktionsdienstleister Plazamedia sehr gute Möglichkeiten, sich im Sportwetten-Markt zu etablieren. Ein Großteil seiner Umsätze erzielt EM.TV
bereits jetzt im Sport-Bereich (Anteil 2004 bei 86 Prozent). DSF dürfte seine Werbeerlöse im Jahr 2006 auf Grund eines besseren TV-Werbemarktes steigern. Wettangebote könnte das Unternehmen künftig über DSF und im Internet über Sport1 anbieten.
Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group
hat bereits gemeinsam mit Tipp24
das Online-Portal RTLTipp eröffnet, um im Bereich Formel 1 Wetten des Anbieters Oddset zu vermitteln. Durch Live-Übertragungsrechte von bis zu acht Sonntagsspielen (ohne Beteiligung der deutschen Nationalelf) und Hörfunk-Lizenzen kann RTL während der Fußball-Weltmeisterschaft diese Plattform nutzen, um im Fall einer Liberalisierung unmittelbar von der WM zu profitieren.
© manager magazin online 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH