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22.02.2006
 

Telekom-Chef Ricke

Web-Maut für Google und Yahoo

Große Web-Unternehmen sollen in Zukunft für die Nutzung des Telekom-Highspeed-Netzes zahlen. "Es kann nicht sein, dass die Telekom investiert und andere davon profitieren", sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Der Streit zwischen EU und Bundesregierung um das schnelle Glasfasernetz hat unterdessen an Schärfe zugenommen.

Frankfurt am Main - Wenn das neue Highspeed-Glasfasernetz der Deutschen Telekom Chart zeigen installiert ist , will Telekom-Chef Ricke auch Web-Unternehmen wie Google Chart zeigen, Yahoo Chart zeigen oder Amazon Chart zeigen zur Kasse bitten.

  "Web-Unternehmen, die Infrastrukturen für ihr Geschäft nutzen, sollten ihren Beitrag leisten"  Telekom-Chef Ricke
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DDP

"Web-Unternehmen, die Infrastrukturen für ihr Geschäft nutzen, sollten ihren Beitrag leisten" Telekom-Chef Ricke

"Diese Unternehmen sind künftig darauf angewiesen, dass wir ihnen die für ihre neuen Anwendungen erforderliche Netzqualität garantieren", sagte Ricke in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". "Es kann nicht sein, dass Infrastrukturbetreiber wie die Telekom immer wieder investieren und andere davon profitieren. Auch alle Web-Unternehmen, die Infrastrukturen für ihr Geschäft nutzen, sollten ihren Beitrag leisten."

Es gehe aber nicht um eine Maut für Infrastruktur, die jeder zahlen muss. Je nach Anwendung müsse die dafür bereitgestellte Qualität der Netzleistung auch unterschiedlich bezahlt werden. "Für einen Harry-Potter-Film muss ich andere Netzleistungen bereitstellen als für eine E-Mail", so Ricke weiter. Gleichzeitig beteuerte der Telekom-Chef: "Es wird kein Monopol geben". Sein Unternehmen habe ein "hohes Interesse" an Kooperationen mit anderen Unternehmen.

Die Telekom will drei Milliarden Euro in das Glasfasernetz investieren und damit die Voraussetzung für so genannte Triple Play-Angebote schaffen, also die Bündelung von Internet, Telefonie und Medieninhalten. Ricke verspricht sich davon zusätzliche Einnahmen, mit denen der Umsatzrückgang im Festnetzgeschäft abgefedert werden soll.

Die Telekom will die zehn größten deutschen Städte bis Mitte 2006 an das neue Netz anschließen und knüpft den weiteren Ausbau auf 50 Städte für insgesamt rund drei Milliarden Euro an einen zumindest vorübergehenden Schutz ihrer Investitionen. Den Zugang von Wettbewerbern auf das Netz und die Preise dafür will die Telekom mit ihren Konkurrenten selbst aushandeln.

Unterstützung erhält die Telekom von der Bundesregierung. Diese will das Glasfasernetz für eine befristete Zeit von der Regulierung befreien und damit der Telekom Pioniergewinne für diesen Markt ermöglichen. Die Regierung begründete dies mit der Schaffung des "Neuen Marktes", ohne sich dazu allerdings konkret zu äußern. Die Europäische Kommission und die Konkurrenten der Telekom befürchten Wettbewerbsnachteile und haben daher Bedenken angemeldet.

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