Das Geschäft mit der Internet-Suche und der darauf abgestimmten Werbung wird dominiert von Unternehmen wie Google
, Yahoo
oder MSN, der Tochter von Microsoft
. Dennoch zieht diese Branche in Amerika überdurchschnittlich viel Risikokapital an. "Es ist eine tolle Zeit, aber es ist auch sehr hart", sagt Michael Yang, Mitgründer der Shopping-Site become.com.
Lukrativer Markt: Suchmaschinen mit speziellen Themenfeldern locken Venturekapital
Die Risikokapitalgeber in Amerika haben im vergangenen Jahr 34 neue Unternehmen in dieser Branche erstmals unterstützt, 2004 waren es erst 21. Dabei hat sich die investierte Summe von rund 80 Millionen Dollar (67 Millionen Euro) auf 192 Millionen Dollar (160 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Gleichzeitig legten die Investitionen im gesamten Risikokapitalmarkt nur um 15 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar zu, die Zahl der unterstützen Firmen stieg leicht um 4,2 Prozent auf 901.
Für Risikokapitalfirmen wie Redpoint Ventures zeigen die Erfolge von Google und Yahoo, dass das Geschäft durchaus lukrativ ist. Redpoint unterstützte schon sehr früh die Suchmaschine Ask Jeeves.
Und die Aussichten werden weiter als sehr interessant eingestuft. Das liegt vor allem auch am boomenden Online-Werbemarkt. Es wird erwartet, dass die Umsätze aus der Werbung bei Suchmaschinen in diesem Jahr auf 13,6 Milliarden Dollar steigen, bis 2010 sollen es gar 33,6 Milliarden Dollar sein.
Kleiner Gründungsboom
Die Internet-Suche entwickle sich rasant weiter, sagt Sam Jadallah von Mohr Davidow Ventures. In einer solchen Situation gebe es immer zahlreiche Neugründungen von Firmen. Aber Jadallah ist skeptisch, ob die Neulinge eine Chance gegen die drei "großen Gorillas" haben - Google, Yahoo und Microsoft.
Und das gilt sowohl für die Basisfunktionen der Suche als auch für vertikale Ansätze. Denn die drei großen Anbieter treiben ihre eigene Entwicklung weiter stark voran und ergänzen fehlende Funktionen durch Zukäufe. Für Jadallah haben Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen rund um die Internet-Suche anbieten, die besten Aussichten, sich zu behaupten.
Mohr Davidow investierte in jüngster Zeit in Firmen wie Adapt Technologies, die Unternehmen bei der Platzierung ihrer Werbung bei Suchmaschinen helfen und in Medio Systems, eine Firma, die ein Suchprogramm für Mobilgeräte entwickelt.
Yang von become.com stimmt der Einschätzung von Jadallah nicht zu. Er sieht genug Platz für alle Arten von neuen Angeboten im Suchmaschinenmarkt, wenn denn die Idee stimmt und sie sich klar von anderen unterscheidet. Seiner Überzeugung nach sind die Surfer an immer spezielleren Suchmaschinen interessiert, bei denen sie von der Informationsflut der allgemeinen Suchmaschinen verschont bleiben. Yang ist überzeugt: "Das ist das nächste große Ding."
Bob Sechler, AP
© manager magazin Online 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH