Von Karsten Langer
Herr Kurth, die Zahl Ihrer Aufgaben wächst, die Zahl Ihrer Gegner auch.
Matthias Kurth leitet die Bundesnetzagentur seit 2002. Der studierte Jurist war 14 Jahre Richter und Anwalt. 1994 wurde Kurth parlamentarischer Geschäftsführer der SPD in Hessen, später Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Bevor Kurth Anfang 2000 Vizepräsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post wurde, war er Mitglied der Geschäftsleitung der Colt Telekom.
mm.de: Es gibt auch Menschen, die das anders sehen. So hat Telekom-Chef Ricke häufiger angedroht, gegen Ihre Entscheidungen zu klagen, was er aber offenbar nie tut.
Kurth: Das stimmt nicht. Es sind sehr viele Klagen der Telekom eingegangen.
mm.de: Die aber keinen Erfolg hatten.
Kurth: Da haben Sie, bis auf Einzelfälle, Recht.
mm.de: Heute versuchen Konzerne, schon im Vorwege ihrer Entscheidungen Stimmung gegen Sie zu machen. Zeigt die Lobbyarbeit der Unternehmen Wirkung?
mm.de: In Ihrer Regierungserklärung spricht sich die große Koalition gegen eine Regulierung des Highspeed-Glasfasernetzes der Telekom aus. Das ist ein Novum. Wird Ihre Macht beschnitten?
Kurth: Ich habe kein Problem damit, wenn Unternehmen Diskussionen sachlich austragen und sich einem kritischen Diskurs stellen. Wenn die Argumente von Unternehmensseite allerdings ungerechtfertigte Vorrechte aus Monopolsektoren schützen sollen, halten wir mit unseren Argumenten dagegen.
mm.de: Die schönsten Forderungen nützen nichts, wenn man sie nicht durchsetzen kann.
Kurth: Unser Handwerkszeug sind die Gesetze. Und die ermächtigen uns, das Notwendige zu tun. Es ist uns in der Vergangenheit gelungen und wird uns auch in Zukunft gelingen, Monopole zu öffnen.
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