Bonn - Bei der Bundesnetzagentur sei ein Antrag für neue Entgelte gestellt worden, sagte der Leiter Regulierung bei der Festnetzsparte T-Com, Frank Schmidt, am Montag in Bonn.
Die so genannten Interconnection-Gebühren fallen für Anrufe in das Telekom-Netz sowie für Call-by-Call- und Preselection-Angebote an. Schmidt begründete die geplante Anhebung mit weniger Telefonaten über das Festnetz. Der Regulierer muss den Preisen noch zustimmen.
Das Verkehrsaufkommen im Festnetz sinkt durch die zunehmende Handynutzung sowie den Erfolg von Konkurrenten mit eigener Infrastruktur. Die Kosten für den Betrieb des Netzes müssten daher neu verteilt werden, sagte Schmidt. Betroffen sind vor allem Konkurrenten, die ihr Netz eng mit dem der Telekom verwoben haben.
Die Entgelte für diesen von den Wettbewerbern am meisten genutzten Tarif sollten ab Juni von 0,5 Cent auf 0,67 Cent pro Minute erhöht werden, sagte Schmidt. Anbietern mit weniger Verknüpfungspunkten will die Telekom
künftig geringere Entgelte in Rechnung stellen.
Die Bundesnetzagentur will nach eigenen Angaben bis Mitte April entscheiden. Die neuen Tarife könnten dann Anfang Juni wirksam werden, sagte eine Behördensprecherin. Die Telekom muss sich ihre Tarife alle zwei Jahre von der Aufsichtsbehörde genehmigen lassen.
Der Marktanteil des Bonner Konzerns am Festnetzgeschäft ist nach dem Preiskampf deutlich gesunken. Pro Monat verliert die Gesellschaft etwa 100.000 Festnetzanschlüsse an die Konkurrenz. Nach dem Preisrutsch der vergangenen Jahre sieht Schmidt nun aber die Talsohle erreicht: "Wir sehen nicht, dass die Preise für Telefonverbindungen weiter fallen werden", sagte er.
Der Festnetzanbieter Arcor hat die geplante Erhöhung der Nutzungsentgelte für das Netz der Telekom scharf kritisiert. Die geplante Anhebung führe bei Arcor zu "erheblichen" Mehrkosten und trage dem Ausbau des Arcor-Netzes nicht Rechnung, sagte ein Sprecher. Arcor ist eine Tochter des britischen Telekommunikationskonzerns Vodafone
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dpa, dpa-afx
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