02.02.2006
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Telekom-Chef Ricke

"Wir bestimmen unser Schicksal selbst"

2. Teil: "Die Telekom wird keine Sendeanstalt"

"Die Telekom wird keine Sendeanstalt"

Das geplante Highspeed-Netz und die damit mögliche Triple-Play-Technik gilt für die Telekom, aber auch für die gesamte Branche, als profitabelste Technik der Zukunft. Offen ist noch, wie die Dienste konkret aussehen. Die ersten würden im Laufe des Jahres vorgestellt, verspricht T-Com-Chef Walter Raizner. Er nennt das hoch auflösende Fernsehen (HDTV), dreidimensionales Video und Film als Beispiele.

Flankenschutz: Kai-Uwe Ricke (m.) beim Neujahrsempfang zwischen Wirtschaftsminister Michael Glos (r.) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (l.)
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DPA

Flankenschutz: Kai-Uwe Ricke (m.) beim Neujahrsempfang zwischen Wirtschaftsminister Michael Glos (r.) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (l.)

Mit dem Kauf der Internetrechte für die Fußball-Bundesliga gab die Gesellschaft schon mal die Richtung vor. Die Fußball-WM in Deutschland wird der erste Härtetest sein. Mit der Übertragung von Sportveranstaltungen und anderen Medieninhalten könnte der Konzern seine Ergebnisse langfristig sichern. 100 TV-Sender würden noch 2006 Inhalte über das Glasfasernetz anbieten. "Die Telekom wird aber keine Sendeanstalt", sagt Raizner.

Bei der neuen Bundesregierung ist Ricke mit seinen Klagen auf offene Ohren gestoßen. Im Koalitionsvertrag vereinbarten Union und SPD eine befristete Befreiung des neuen Glasfasernetzes. Und mit einem Gesetzesentwurf ließ das Wirtschaftsministerium vor wenigen Tagen Taten folgen. "Neue Märkte sollen nicht einer unangemessenen Regulierung unterworfen werden", heißt es dort.

Ricke geht dies nicht weit genug: Die Telekom verlangt weitere Garantien für ihre Investitionen. In der Vergangenheit hatte die Telekom auf Druck der Regulierungsbehörde Konkurrenten in ihr Netz lassen müssen und damit massive Umsatzausfälle verbucht. Bei Telefonaten ins Ausland haben die Wettbewerber die Telekom bereits abgehängt.

Warum sollte er drei Milliarden Euro in die Hand nehmen und damit den Wettbewerbern einen billigen Einstieg in neue Geschäftsfelder ebnen, fragt Ricke. Damit der Wettbewerb gewahrt bleibt, meinen die Konkurrenten. Die Beratungsgesellschaft Arthur D. Little sieht das anders: Werden Unternehmen gezwungen, Wettbewerbern von Beginn an Zugang zu diesen neuen Netzen einzuräumen, könnten sie keine "Pioniergewinn" erzielen. Investitionen würden daher gar nicht oder verzögert getätigt, meint Berater Karim Taga.

Diese Befürchtung hat auch das Wirtschaftsministerium, das sich mittlerweile intern für eine insgesamt schwächere Regulierung ausspricht. Das letzte Wort wird Brüssel haben. EU-Kommissarin Viviane Reding hat sich wiederholt kritisch dazu geäußert. Ricke will nun bei weiteren Treffen auf eine Befreiung drängen. Dass überhaupt über diese Fragen diskutiert werde, hält er schon für einen Erfolg.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp, dpa afx

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