04.01.2006
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CES Las Vegas

Willkommen im digitalen Wohnzimmer

Die Consumer Electronics Show CES in Las Vegas gilt als weltgrößte Trendmesse in Sachen Unterhaltungselektronik. Heute öffnet sie ihre Pforten und erlaubt einen Blick in die elektronische Zukunft. Wo die stattfindet, gilt als ausgemacht: im Wohnzimmer.

Hamburg - Das Herz der Branche schlägt schon lange nicht mehr im Takt der Messen: Vorbei die Zeit, als sich Unternehmen die Veröffentlichung echter Novitäten um Monate verkniffen, um sie mit großem Tamtam auf CES, Cebit oder IFA präsentieren zu können. Man verkneift sich heute nichts mehr, denn der Konkurrenzdruck der Entwickler ist unerbittlich. Was man heute der Öffentlichkeit nicht vorstellt, das präsentiert die Konkurrenz vielleicht schon morgen.

Cool: 3D-Brille von Emagin
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REUTERS

Cool: 3D-Brille von Emagin

Die großen Messen hat das wider Erwarten nicht abgewertet. Es hat sie verändert, sie von echten Präsentationsflächen des Erhältlichen mehr und mehr zu Projektionsflächen des Denkbaren, des Geplanten und in Produktion befindlichen gemacht. Statt sich von der Konkurrenz überholen zu lassen, präsentieren die Unternehmen heute ihre Prototypen oft schon im Ideenstadium. So ist auch die am Donnerstag beginnende International Consumer Electronics Show CES in Las Vegas eine erstklassige Gelegenheit, in die Zukunft zu schauen.

Manche Unternehmen haben so maßgebliche Dinge in Planung, dass die Gerüchteküche brodelt: So sollen Canon Chart zeigen und Toshiba Chart zeigen eine völlig neuen Art von Flach-Display für das Wohnzimmer präsentieren. Kodak bestätigte Gerüchte über eine Digitalkamera mit zwei Objektiven, bevor die Novität in der zu erwartenden Flut der Digi-Cam-Veröffentlichungen untergehen konnte.

Winzig: Internet-Radio von Infusion Mit Kamera und MP3-Player: Neue Walkman-Handys von Sony Ericsson Vielseitig: Der "Pepper Pad", ein Handheld-Computer mit zahlreichen Funktionen
Kodak EasyShare V570: Die 5-Megapixel-Kamera kombiniert Weitwinkel und Zoomobjektiv und schafft so einen bisher nicht erreichten Brennweitenbereich von 23 bis 117 mm Toshibas Flach-Fernseher: Nicht Plasma, nicht LCD, nicht TFT - in Las Vegas könnten "Tosh" und Canon die weltweit ersten SED-Fernseher vorstellen. Die völlig neue Technik soll bei besserer Bildqualität Bilddiagonalen deutlich über ein Meter erlauben und zugleich erheblich weniger Strom verbrauchen (1/3 eines Plasma-Displays) Blu-Ray auf dem Vormarsch: In diesem jahr dürfte sich entscheiden, welcher DVD-Nachfolgestandard einen guten Start erwischt

CES: Erste Tech-Träume aus Las Vegas
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Das vielleicht heißeste Gerücht rankt sich um Google Chart zeigen: Larry Page, so lautet es, werde seine CES-Keynote am Freitag dazu nutzen, eine echte Sensation zu servieren. Und das sei nicht nur das "Google-Betriebssystem", dessen Nahen die üblichen Branchenexperten schon öfter prophezeiten, sondern gleich auch noch der passende Google-PC - ein Stück internetfähiger Hardware für läppische 200 Dollar.

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Wieder einmal hält Bill Gates, Gründer des Softwarekonzerns Microsoft Chart zeigen, die Eröffnungsrede, und es wäre überraschend, wenn er nicht über Konvergenz der digitalen Apparaturen, über Vernetzung und die Eroberung des Wohnzimmers reden würde. Wahrscheinlich wird er das eine oder andere gewagte Produkt in das Blitzlichtgewitter der Kameras schwenken und ihm einen mörderischen Erfolg prophezeien - so wie einst "Mira", dem Surf-Tablet, das am Ende sang- und klanglos unterging. Tatsächlich aber wird der Großteil der Produkte, die ab Mittwoch in Las Vegas vorgestellt werden, tatsächlich in den Ladenregalen landen.

Die Grundtendenzen des Jahres scheinen dabei gesetzt, sie führen die digitalen Trends des vergangenen Jahres fort:

  • Das Wohnzimmer wird zum "Media Center", auf wenigen zentralen Apparaturen laufen die grundlegenden Funktionen aller Unterhaltungselektronik-Geräte zusammen
  • Die Fernseher werden immer größer
  • Alles, was sich minituarisieren lässt, wird noch kleiner werden. Einst eigenständige Geräte, die einen Höchstgrad an Miniaturisierung erreicht haben, "verschwinden" als "embedded Appliances" in anderen Apparaten
  • Bei gleich bleibendem Preisniveau steigt das Leistungsvolumen
  • Der Grad der Vernetzung zwischen den drei wichtigsten Entertainment-Geräteblöcken Fernseher, Stereo und Computer wird weiter wachsen, dabei immer öfter kabellos.
Wo also ist Innovation zu erwarten, die über eine Weiterentwicklung bestehender Apparaturen hinausgeht? Zum Beispiel bei den Energieträgern. Neue Akkuformen und Brennstoffzellen werden die multimedialen Apparaturen mobiler machen. Zugleich werden die Hersteller die Konvergenz weiter auf die Spitze treiben: Möglichst viele Apparate sollen verschmelzen, dem Nutzer alle möglichen Dienstleistungen zu jeder Zeit anbieten.

Anders als in den Rede der Industriekapitäne versprochen findet sich unter all diesen Apparaten grundsätzlich niemals einer, der von einem Moment auf den anderen die Welt verändert. Insgesamt aber und im Laufe mehrerer Jahre tun sie dies durchaus: Computer und Internet, MP3-Player und Handys, Spielkonsolen und Flachbildschirme, Festplattenrecorder und digitale Receiver haben der Welt in den letzten Jahren ihren Stempel aufgedrückt. Auf der CES zeigen die führenden Tech-Unternehmen ihre Visionen von der Weiterentwicklung der digitalen Unterhaltung.

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